20 Jahre Haft wegen Spionage für China | Aktuell Amerika | DW | 18.05.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

USA

20 Jahre Haft wegen Spionage für China

Ein früherer CIA-Agent wurde verurteilt, weil er Informationen an China verkauft haben soll. In den USA stehen noch weitere Geheimdienstler vor Gericht, die mit Peking kollaboriert haben sollen.

Symbolbild - CIA (picture-alliance/dpa)

Im CIA-Hauptquartier in Langley wird saubergemacht (Archiv)

Ein Gericht in Alexandria bei Washington hat einen früheren CIA-Agenten zu 20 Jahren Haft verurteilt. Die Jury sah es als erwiesen an, dass der 62-Jährige auf Reisen nach Shanghai im März und April 2017 geheime Informationen zur US-Verteidigung weitergegeben habe. Im Gegenzug habe er 25.000 US-Dollar (22.400 Euro) kassiert. Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslängliche Haftstrafe gefordert, die Verteidigung plädierte auf zehn Jahre hinter Gittern.

Der Agent spricht fließend Mandarin und war über die Armee und den Sicherheitsdienst des Außenministeriums zur CIA gekommen. Dort arbeitete er als verdeckter Ermittler und hatte bis 2012 Zugang zu "Top Secret"-Informationen über China, Taiwan und den Irak. Der Geheimdienstler war 2017 aufgeflogen, als er nach Shanghai fliegen wollte und Inspektoren am Flughafen von Chicago unangemeldetes Bargeld im Wert von 16.500 Dollar bei ihm entdeckten. In einer späteren Befragung wurde dem Agenten dann ein Smartphone zum Verhängnis, auf dem Nachrichten von seinen chinesischen Auftraggebern angezeigt wurden. In dem Chatverlauf hatte er geschrieben: "Ihr Ziel ist es, Informationen zu erlangen, und mein Ziel ist es, bezahlt zu werden."

Weitere Agenten mit China-Connection

In den USA stehen derzeit noch weitere Beamte mit hoher Sicherheitsfreigabe vor Gericht, die mit chinesischen Geheimdiensten Geschäfte gemacht haben sollen. Ein weiterer Ex-Agent hatte im März den Verkauf von Geheiminformationen nach China gestanden und muss mit 15 Jahren Haft rechnen. Im April gab eine frühere Diplomatin zu, Ermittler zu chinesischen Zahlungen getäuscht zu haben, mit denen sie offenbar für die Weitergabe von US-Dokumenten entlohnt worden war.

Im bislang bedeutendsten Fall hat ein früherer CIA-Mitarbeiter Anfang Mai eingeräumt, für China spioniert zu haben. Konkret soll er Informationen geliefert haben, die dazu führten, dass China ein von 2010 bis 2012 aufgebautes Informantennetzwerk der CIA in der Volksrepublik enttarnte.

US-Vizejustizminister John Demers sprach im Zusammenhang mit dem aktuellen Urteil von einem "alarmierenden Trend früherer Geheimdienstoffiziere, die von China ins Visier genommen werden und ihr Land und ihre Kollegen betrügen". Dass der Ex-Agent nun für 20 Jahre in Haft muss, wertete Demers als "strikte Botschaft" an Mitarbeiter der Geheimdienste, keine Geschäfte "mit den Chinesen oder anderen gegnerischen Geheimdiensten" zu machen.

ehl/jj (afp, ap)

Die Redaktion empfiehlt