16.10.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten | Nachrichten | DW | 16.10.2013
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Nachrichten

16.10.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Die Grünen haben sich gegen die Aufnahme von Koalitionsgesprächen mit der CDU/CSU entschieden. Es habe ein ernsthaftes Bemühen gegeben, Brücken zu bauen, sagte Grünen-Chef Cem Özdemier nach der sechsstündigen zweiten Sondierungsrunde. Die Brücken seien aber nicht so stabil, dass sie vier Jahre Regierungsarbeit aushalten könnten. Bei Themen wie Flüchtlingspolitik, Energiewende und Gleichberechtigung von Homosexuellen hatte es keine Einigung gegeben. Am Donnerstag werden sich die Unterhändler der Union nun zu einem dritten Sondierungsgespräch mit der SPD treffen.

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Nach dem Finanzskandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst und den Neubau seiner Residenz haben mehrere katholische Bistümer jetzt ihr Vermögen offengelegt. Demnach verfügt das Erzbistum Köln über einen sogenannten "Bischöflichen Stuhl" von 166 Millionen Euro. In Trier sind es 84, in Speyer 46 Millionen. Der "Bischöfliche Stuhl" beinhaltet Immobilien, Krankenhäuser oder Grundstücke, über deren Erträge die Kirchenleitung normalerweise nicht öffentlich Auskunft geben muss. In Limburg hat der 31-Millionen-Euro-Bau des Bischofssitzes offenbar bis zu einem Drittel des gesamten Vermögens aufgezehrt. Der Vorsitzende der Deutschen Katholischen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch aus Freiburg, wird am Donnerstag mit Papst Franziskus über die Situation in Limburg und Bischof Tebartz-van Elst sprechen.

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Zwei europäische Krisenländer haben sich zum Teil drastische Sparhaushalte verordnet. Die größten Belastungen legt Portugal seinen Bewohnern auf: Im kommenden Jahr will die Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho vier Milliarden Euro einsparen. Dafür will das ärmste Land Westeuropas unter anderem die Bezüge von Beamten und Rentnern um bis zu zwölf Prozent kürzen. Auf diese Weise hofft Lissabon die Auflagen von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds erfüllen zu können, die Portugal vor zwei Jahren mit rund 78 Milliarden Euro vor dem drohenden Bankrott gerettet hatten. - In Irland hat die Regierung von Ministerpräsident Enda Kenny den siebten Sparhaushalt in Folge vorgelegt. 2,5 Milliarden Euro sollen im kommenden Jahr eingespart werden. Unter anderem sind höhere Abgaben auf Alkohol und Zigaretten geplant und eine Sonderabgabe für Banken in Höhe von 150 Millionen Euro. Irland befindet sich seit 2010 vor allem wegen seiner maroden Geldinstitute unter dem internationalen Rettungsschirm. Den Ausstieg daraus peilt Dublin für Mitte Dezember an.

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Nach einer friedlichen Kundgebung von Lehrern und Studenten ist es in Rio de Janeiro erneut zu massiven Ausschreitungen gekommen. Hunderte maskierte Randalierer lieferten sich im Zentrum der brasilianischen Metropole Straßenschlachten mit der Polizei. Ein Polizeiauto wurde in Brand gesetzt. Die Polizei war mit einem massiven Aufgebot im Einsatz und setzte Tränengasgranaten, Gummigeschosse und Schlagstöcke ein. Auch in São Paulo kam es am Rande eines Protestzugs von Landlosen zu Konfrontationen zwischen Polizei und gewaltbereiten Demonstranten. Mehrere Omnibusse, Autos und sieben Bankfilialen wurden zerstört. Die Polizei nahm in beiden Städten zusammen rund 120 Personen fest. Kleinere Proteste wurden aus Brasília und Belo Horizonte gemeldet. Die Lehrer in Rio sind seit Wochen im Streik und protestieren gegen ein neues Gesetz, durch das sie sich benachteiligt fühlen.

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In Japan sind durch den Taifun "Wipha" mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 30 werden vermisst. Der heftigste Sturm seit zehn Jahren zertrümmerte mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 Kilometern in der Stunde auf der Halbinsel Izu bei Tokio zahlreiche Häuser und brachte Flüsse zum Überlaufen. Flug- und Bahnverkehr waren stark beeinträchtigt, Hunderte Schulen blieben geschlossen. Im zerstörten Atomkraftwerk von Fukushima pumpten Reparaturtrupps Regenwasser um die zahlreichen Tankbehälter ab, in denen verstrahltes Kühlwasser gelagert wird. Metereologen rechnen damit, dass "Wipha" sich schon bald über dem Pazifik abschwächen werde. - Nach dem schweren Erdbeben auf den Philippinen hat sich die Zahl der Toten auf mindestens 107 erhöht. Es werden noch mehr Opfer befürchtet, weil Rettungskräfte noch nicht in alle zum Teil sehr entlegenen Gebiete des Katastrophengebietes vorgedrungen sind.

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