15 Kinder sterben in der Hölle von Ost-Ghuta | Aktuell Nahost | DW | 19.03.2018
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Der Krieg in Syrien

15 Kinder sterben in der Hölle von Ost-Ghuta

Im Keller einer Schule hatten sie Schutz vor den Luftangriffen gesucht. Doch der Schutzraum hielt den Bomben nicht stand. Mit den Kindern starben zwei Frauen. Retter suchen verzweifelt nach Überlebenden.

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Ost-Ghuta – Alltag in der Hölle

"Drei Geschosse eines einzigen Luftangriffs haben die Schule getroffen, in der der Keller als Schutzraum genutzt wurde", sagte der Chef der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur AFP. Die Luftangriffe auf den Ort Irbin seien mutmaßlich von der russischen Armee geflogen worden.

Die Aktivisten der Beobachtungsstelle in London analysieren die Luftangriffe auf Basis von Flugmustern, eingesetzter Munition und Flugzeugtypen. Sie berufen sich auf ein Informationsnetzwerk in Syrien, für Medien sind ihre Angaben jedoch kaum zu überprüfen. Moskau unterstützt die syrischen Truppen auch in der Region Ost-Ghuta, streitet Angriffe auf Zivilisten aber ab.

Ein Leben in Kellern

Rettungskräfte suchten nach Überlebenden, sagte Rahman. Zudem seien mehr als 50 Menschen verletzt worden.

Die humanitäre Lage in Ost-Ghuta ist katastrophal. Es fehlt an Nahrung, Trinkwasser, Medikamenten, medizinischen Gütern und Strom. Seit Beginn der Offensive Mitte Februar sind den Menschenrechtlern zufolge mehr als 1450 Zivilisten in dem Gebiet getötet worden, darunter mehr als 280 Kinder. Aus Angst vor Bombardierungen leben viele Menschen seit Wochen in Kellern.

Syrien Zerstörte Häuser nach Luftangriffen in Ost-Ghuta (picture-alliance/ZUMA Wire/SOPA Images/M. Al-Najjar)

Wie überleben?

In den vergangenen Tagen waren Zehntausende Menschen vor den Kämpfen in Richtung von Gebieten geflohen, die von der syrischen Armee kontrolliert werden. Die Regierungstruppen hatten im Februar eine großangelegte Offensive auf Ost-Ghuta gestartet. Irbin wird aber noch von einer Islamistengruppe gehalten.

Müde, hungrig, traumatisiert

Im Kampf um die syrischen Kurdengebiete hat das Regime von Präsident Baschar al-Assad den sofortigen Abzug der türkischen Armee von seinem Territorium gefordert. Nach der Eroberung der Stadt Afrin durch die türkischen Streitkräfte wandte sich das syrische Außenministerium am Montag schriftlich an die Vereinten Nationen (UN): "Die Erklärung des Präsidenten des türkischen Regimes, dass seine Invasionstruppen Afrin kontrollieren, ist rechtswidrig."

Die türkische Armee geht im Norden Syriens gegen die Kurdenmiliz YPG vor, die zuvor mit Unterstützung der USA gegen die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) gekämpft hatte. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan betrachtet die YPG als terroristische Gruppierung, die mit der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK verbündet sei.

Die UN appellierten unterdessen eindringlich an die Weltgemeinschaft, Hilfsgüter für die in den syrischen Kampfgebieten eingeschlossenen Zivilisten zu schicken. Die Menschen seien "müde, hungrig, traumatisiert und verängstigt".

rb/ust (afp, ap, dpa, rtr)

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