137 Festnahmen in der Türkei | Aktuell Europa | DW | 06.10.2018
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Kurdische Arbeiterpartei PKK

137 Festnahmen in der Türkei

Der Zeitpunkt war ausgesucht: Türkische Sicherheitskräfte haben kurz vor dem vierten Jahrestag kurdischer Proteste, bei denen Dutzende Menschen getötet oder verletzt worden waren, fast 140 Verdächtige festgenommen.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, werden einem Großteil der Festgenommenen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zur Last gelegt. Ankara und seine westlichen Verbündeten stufen die PKK als Terrororganisation ein. Armee und Polizei (Archivbild) gehen regelmäßig gegen Mitglieder oder mutmaßliche Anhänger der PKK vor. Diese verübt seit dem Zusammenbruch eines zweijährigen Waffenstillstands im Juli 2015 im Südosten des Landes Anschläge auf Soldaten, Polizisten und andere Vertreter des Staates. 

Ziel des Einsatzes in sieben Provinzen sei es gewesen, Anschläge zu verhindern, teilte das Innenministerium mit. Die Razzien ereigneten sich vor dem vierten Jahrestag kurdischer Proteste, bei denen Dutzende Menschen getötet oder verletzt worden waren. Die Demonstrationen vom 6. bis 7. Oktober 2014 richteten sich gegen die türkische Regierung, der vorgeworfen wurde, die kurdische Stadt Kobane in Syrien nicht ausreichend gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat zu schützen.

PKK kämpft seit drei Jahrzehnten 

Am Donnerstag waren bei einem Anschlag auf ein Militärfahrzeug in der Provinz Batman acht Soldaten getötet worden. Die Regierung machte PKK-Kämpfer verantwortlich. Staatschef Recep Tayyip Erdogan sagte in einer im Fernsehen übertragenen Rede, für den Angriff würden "mindestens 800 Terroristen den Preis bezahlen".

Die PKK kämpft seit drei Jahrzehnten für mehr Autonomie der Kurden. Dabei wurden mehr als 40.000 Menschen getötet. Nicht nur die Türkei, sondern auch die USA und die Europäische Union stufen die PKK als Terrororganisation ein.

nob/hf (afp, rtr)