100 Millionen Dollar für den Präsidenten | Aktuell Welt | DW | 16.01.2019
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Mexikanisches Drogenkartell

100 Millionen Dollar für den Präsidenten

Ein Paukenschlag im Prozess gegen den früheren Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán. Nach Aussage eines Zeugen hat "El Chapo" dem mexikanischen Ex-Präsidenten Enrique Peña Nieto Schmiergeld in Millionenhöhe bezahlt.

USA Prozess El Chapo - Joaquin Guzman | Zeuge Alex Cifuentes (Reuters/J. Rosenberg)

Der Zeuge Alex Cifuentes (Mitte) im New Yorker Prozess

Der frühere Drogenboss habe Peña Nieto 100 Millionen Dollar (etwa 87,6 Millionen Euro)  gegeben, sagte Zeuge Alex Cifuentes vor einem Gericht in New York. Das berichten US-Medien. Demnach habe der mexikanische Präsident das Geld im Oktober 2012 erhalten, kurz vor seinem Amtsantritt. Cifuentes war laut CNN nicht nur selbst Drogenhändler, sondern enger persönlicher Berater und Sekretär Guzmáns. Auch habe er die damalige Schmiergeldzahlung bereits 2017 US-Behörden mitgeteilt, hieß es in Berichten.

USA | Prozesseröffnung gegen Joaquin El Chapo Guzman in New York (Reuters/E. Munoz)

Der Prozess findet unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen in New York statt

Es ist nicht das erste Mal, dass mexikanischen Ex-Präsidenten Bestechlichkeit vorgeworfen wird. Schon im November 2018 erklärte der Anwalt des Angeklagten in seinem Eröffnungsplädoyer, Guzmáns Sinaloa-Kartell habe Peña Nieto und dessen Vorgänger Felipe Calderón bestochen. Verantwortlich dafür sei aber der flüchtige "wahre Boss" der Drogenbande, Ismael "El Mayo" Zambada gewesen. Die Staatsanwaltschaft wies damals die Angaben des Anwalts zurück, Guzmán habe nur eine kleine Rolle gespielt. Der beschuldigte Präsident - damals noch im Amt - wies die Vorwürfe umgehend zurück. Peña Nieto bekleidete von 2012 bis Dezember 2018 das mexikanische Präsidentenamt. 

"El Chapo" werden 3000 Morde vorgeworfen

Mexiko El Chapo (picture-alliance/ZUMA/Prensa International/Ho/Pgr)

"El Chapo" wird 2017 abgeführt

Der Prozess gegen den einst mächtigsten Drogenboss der Welt läuft seit November unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Die US-Justiz wirft dem wegen seiner Körpergröße von etwas mehr als 1,60 Meter "El Chapo" (Der Kurze) genannten Guzmán unter anderem Drogenhandel, Geldwäsche und das Führen einer kriminellen Organisation - des mexikanischen Drogenkartells Sinaloa - vor.  

Guzmán soll tonnenweise Kokain und Heroin in die USA geschmuggelt und damit Milliarden verdient haben. Zudem soll er für bis zu 3000 Morde verantwortlich sein. Bei einer Verurteilung droht dem ehemaligen Drogenboss eine lebenslange Haftstrafe. Die Todesstrafe ist gemäß einer Einigung zwischen Mexiko und den USA ausgeschlossen. 

nob/rb (dpa, rtr, ap, afp)

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