100 Jahre Bauhaus: ″bauhaus imaginista″ in Kyoto und Moskau | Kunst | DW | 04.08.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Bauhaus

100 Jahre Bauhaus: "bauhaus imaginista" in Kyoto und Moskau

Das Bauhaus revolutionierte 1919 Kunst, Design und Architektur. Der weltweite Jubiläumsreigen hat schon ein Jahr vor dem 100. Geburtstag begonnen. Den Auftakt machte China, jetzt folgen Japan und Russland.

Gleich mehrere große internationale Museen und Kunsthochschulen von China über Brasilien bis Indien sind an der Realisierung des Ausstellungsprojektes "bauhaus imaginista" beteiligt. Das Projekt widmet sich vor allem der Denkschule des Bauhauses, die sich nach der Emigration ihrer wichtigsten Lehrer und Künstler aus Nazi-Deutschland in vielen Ländern der Erde etablierte. Kuratoren und gleichzeitig die künstlerischen Leiter der Ausstellungen sind Marion von Osten aus Berlin und Grant Watson aus London, die das Konzept mit einem internationalen Team aus Forschern, Künstlern und Designern realisiert haben. Kulturpartner in insgesamt acht Ländern werden die Ausstellungen zeigen.

Asiatische Hochschulen und das Bauhaus

Am 4. August 2018 eröffnet die Schau "Corresponding With" in Kyoto ihre Pforten: The National Museum of Modern Art Kyoto zeigt Verbindungen und Gemeinsamkeiten des Bauhauses mit drei asiatischen Hochschulen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, arbeitet aber gleichzeitig die unterschiedlichen pädagogischen Ansätze heraus.

Kala Bhavana, ein 1919 gegründetes Institut der schönen Künste, widmete sich einerseits regionalen Traditionen, wie zum Beispiel dem Wandschmuck in den Ellora-Höhlen, einem Komplex aus 34 Höhlentempeln, und setzte sich andererseits mit der Avantgarde des europäischen Kontinents und mit dem Bauhaus auseinander.

Fast zeitgleich, ab den 1920er Jahren, stand in Japan der Architekt und Herausgeber Kawakita Renshichiro in regem Austausch mit zwei japanischen Bauhaus-Absolventen. Gemeinsam konzipierten sie eine experimentelle Ausstellung, die lokales japanisches Kunsthandwerk mit dem europäischen Bauhaus und der Bewegung der japanischen Moderne zusammenführte.

Das Research Institute of Life Construction ist die dritte Hochschule im Bunde, die bei der Kyotoer-Ausstellung zum Vergleich herangezogen wird. Ihr Gründer Kawakita gilt als Schlüsselfigur für die Einführung pädagogischer Bauhaus-Prinzipien in Japan.

Die Weiterentwicklung der Bauhaus-Philosophie

Im September (11.09. bis 30.11.2018) folgt dann eine Bauhaus imaginista-Ausstellung in Moskau. Der Titel: "Designing Life: The Internationalist Architect" im Garage Museum of Contemporary Art.

Sie widmet sich u.a. dem Leben und Werk von Bauhaus-Studierenden und ihren Lehrern, die dem zweiten Bauhausdirektor, Hannes Meyer, und seiner Frau Lena Bergner 1930 in die Sowjetunion folgten. Außerdem untersucht sie, wie Bauhaus- Gestaltungsprinzipien sich in unterschiedlichen kulturellen und politischen Kontexten entwickelten.

Im März 2019 werden die internationalen Ausstellungen, passend zum Jubiläumsdatum, dann im Berliner Haus der Kulturen der Welt zu sehen sein.

suc/bb (www.bauhaus-imaginista.org)

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links