10 Jahre nach Lehman: Die Risiken steigen | Podcast Wirtschaft | DW | 14.09.2018
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Podcast Wirtschaft

10 Jahre nach Lehman: Die Risiken steigen

Die Folgen der globalen Finanzkrise sind auch heute noch deutlich zu spüren. Ganz gleich, ob es um die damals eingeführten Finanzmarkt-Regulierungen geht oder um den Bedeutungsverlust deutscher Banken. Oder die Tatsache, dass es auf beiden Seiten des Atlantiks immer schwerer wird, bezahlbaren Wohnraum zu finden.

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An diesem Samstag jährt sich die Pleite der Investment-Bank Lehman Brothers, die damals eine weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise auslöste, zum zehnten Mal. Millionen Menschen waren betroffen. Kurze Zeit später wurde Barack Obama US-Präsident. In den ersten Jahren seiner Amtszeit verabschiedeten die Obama-Regierung und der demokratisch dominierte US-Kongress Gesetze, die sicherstellen sollten, dass sich solch eine schwere Krise nicht wiederholen kann. 10 Jahre danach hat der jetzige Präsident Donald Trump einige dieser Gesetze entschärft und dereguliert. Droht damit eine neue Finanzkrise?

Das Zocken geht weiter

Nach dem Platzen der riesigen Hypotheken-Blase und massenhaften Zwangsvollstreckungen der wenig-solventen Bewohner stürzten in den USA die Preise für Eigenheime in die Tiefe. Doch kurze Zeit später schöpften ausgerechnet die Verursacher der Krise auch diesen Markt ab: Die Banken und Vermögensverwalter der Wall Street. Sie kauften Häuser im großen Stil auf und vermieten die Immobilien. Ein Geschäft, für dessen Finanzierung sie gerade wieder Rekordsummen eingetrieben haben. Von Groß-Investoren genauso wie Pensions- und Rentenfonds, als direkte Geldgeber oder - und kaum zu glauben - als Käufer von verbrieften Finanzprodukten.

Europas Banken-Blues 

In den Wochen und Monaten nach der Lehman-Pleite haben die Amerikaner prompt und mit zum Teil drastischen Mitteln auf die Finanzkrise reagiert. Sie haben Banken untergehen lassen und andere rasch verstaatlicht, ohne mit der Wimper zu zucken. Die Europäer waren damals bei weitem nicht so konsequent. Heute strotzen die großen US-Banken vor Kraft, während viele europäische Häuser noch heute unter den Folgen der Finanzkrise leiden.

Am Wachstum verhoben

Bis zum Sommer 2008 schien in Deutschland alles in bester Ordnung zu sein: Die Konjunktur brummte. Firmenzusammenschlüsse waren an der Tagesordnung. Dass die Amerikaner die Lehman Bank in die Insolvenz  schicken würden, war noch nicht abzusehen, obwohl bereits dunkle Wolken über der Wall Street aufgezogen waren. Trotz der Beinahe-Pleite der Investmentbank Bear Stearns sowie der US-Immobilien-Finanzierer Fannie Mae und Freddie Mac ließen sich die Commerzbank-Chefs davon nicht beeindrucken. Auch sie wollten endlich ganz oben - in der ersten Bankenliga - mitspielen.

Redakteur am Mikrophon: Thomas Kohlmann
Technik: Leon Becker

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