1. FC Köln: China-Deal geplatzt | Sport | DW | 09.01.2020
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China

1. FC Köln: China-Deal geplatzt

Der Stopp seines China-Engagements hat für den 1. FC Köln finanzielle Folgen. Ein möglicher chinesischer Sponsor springt ab - als Reaktion auf Äußerungen des Ex-FC-Interimspräsidenten zur Menschenrechtslage in China.

Bundesligist 1. FC Köln muss nun buchstäblich die Zeche dafür zahlen, dass er sein China-Engagement auf Eis gelegt hat. Ein so gut wie perfekter Sponsoringvertrag des Klubs mit einem chinesischen Wettanbieter über Bandenwerbung ist geplatzt. Nach Informationen der Zeitung "Kölner Stadt-Anzeiger" entgehen dem Verein damit Einnahmen von 1,5 Millionen Euro. Der Klub wollte sich gegenüber der DW nicht zu Details des geplanten Geschäfts äußern, bestätigte aber, dass sich die möglichen Partner aus China nach der Berichterstattung über Äußerungen des früheren Interimspräsidenten Stefan Müller-Römer zurückgezogen hätten.

Deutliche Worte

Der 1. FC Köln hatte im Dezember das Kooperationsprojekt mit dem chinesischen Klub FC Liaoning für eine Fußball-Nachwuchsakademie nach deutschem Vorbild gestoppt. "Vorstand und Geschäftsführung haben beschlossen, dieses Projekt in der derzeitigen sportlichen Situation nicht zu machen", hatte Werner Wolf, seit September 2019 Präsident des Vereins, seinerzeit dem "Stadt-Anzeiger" gesagt.

 Stefan Müller-Römer | ehemals Interims-Präsident bei 1. FC Köln (picture-alliance/dpa/R. Vennenbernd)

Seine Worte sorgten für Wirbel: Stefan Müller-Römer

Müller-Römer, damals bereits wieder auf den Posten an der Spitze des FC-Mitgliederrats zurückgekehrt, hatte die Entscheidung begrüßt und massive Menschenrechtsverletzungen in China angeprangert. "Dort wird ein totaler Überwachungsstaat aufgebaut, wie ihn sich George Orwell nicht schlimmer hätte ausdenken können", hatte Müller-Römer gesagt. Der FC könne eine "totalitäre und brutale Diktatur nicht unterstützen." Die Klubspitze hatte sich umgehend von diesen Äußerungen distanziert und erklärt, dies sei die private Meinung des früheren Interimspräsidenten und nicht die offizielle Haltung des 1. FC Köln.

DFL widerspricht Bericht

Der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet jetzt, dass als Reaktion auf Müller-Römers Worte aus China gedroht worden sei, die TV-Berichterstattung des nächsten Bundesliga-Spieltags abzusagen. Die Deutsche Fußball Liga (DFL), so die Zeitung, habe daraufhin beim FC durchblicken lassen, dass man sich in diesem Fall an die Kölner wenden würde. Es gehe um einen siebenstelligen Betrag.

Sowohl der 1. FC Köln als auch die DFL bestritten gegenüber der DW eine Intervention des Verbands. "Nach den Äußerungen von Herrn Müller-Römer hat es keine Reaktion aus China in Richtung DFL gegeben", ließ die DFL wissen. "Entsprechend drohte unser chinesischer Medienpartner der DFL auch nicht mit einer Reduktion der Lizenzzahlungen - womit es auch keine Grundlage und keinen Anlass gab, dem 1. FC Köln entsprechende Einnahmeausfälle weiter zu belasten."

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