Über 480 Migranten im Mittelmeer gerettet | Aktuell Europa | DW | 27.01.2020
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Seenotrettung

Über 480 Migranten im Mittelmeer gerettet

Innerhalb weniger Tage hat die "Ocean Viking" fünf Rettungsaktionen im Mittelmeer durchgeführt und nun über 400 Migranten an Bord. Damit gerät das Schiff zunehmend an seine Belastungsgrenze.

An Bord der "Ocean Viking" seien derzeit 407 Menschen, erklärte die Organisation Ärzte ohne Grenzen auf Twitter. 102 Personen wurden demnach am späten Sonntagabend von einem Boot 80 Meilen vor der libyschen Küste aufgenommen, noch einmal 82 Personen in der maltesischen Such- und Rettungszone. Damit führte die Besatzung fünf Bergungseinsätze binnen 72 Stunden durch. Unter den Geretteten sind nach Angaben der Crew sieben schwangere Frauen, fünf Kinder unter fünf Jahren und etwa 100 unbegleitete Minderjährige. 

Bereits am Sonntag hatte eine Sprecherin von Ärzte ohne Grenzen erklärt, die Aufnahmekapazität der "Ocean Viking" sei erschöpft; zu dem Zeitpunkt befanden sich 223 Migranten auf dem Schiff. Das unter norwegischer Flagge fahrende Schiff ist nur für die Aufnahme von bis zu 200 Schiffbrüchigen ausgerüstet.

Weiteres Schiff im Mittelmeer unterwegs

Unterdessen versorge die Crew der "Alan Kurdi" derzeit 78 Geflohene aus 20 Ländern, darunter acht Frauen und sieben Kinder, teilte die Regensburger Organisation Sea-Eye mit. Drei der Migranten seien stark dehydriert gewesen.

Beide Schiffe warten auf die Zuweisung eines Hafens, um die Geretteten an Land zu bringen. Malta habe die Anfrage abgelehnt, die "Alan Kurdi" anlanden zu lassen, erklärte Sea-Eye. Der Sea-Eye-Vorsitzende Gorden Isler sagte, angesichts von insgesamt 484 Menschen auf den beiden Rettungsschiffen müsse die EU-Kommission handeln, damit die Menschen an einen sicheren Ort könnten. Die Rettungsschiffe dürften nicht unnötig lange blockiert werden, so Isler via Twitter.

lh/djo (kna, epd)

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