Österreichische Läden verteilen Masken | Aktuell Europa | DW | 01.04.2020
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Corona-Pandemie

Österreichische Läden verteilen Masken

Ohne Mundschutz am Käseregal, bei den Backwaren? Das fällt auf in Österreich, erzeugt böse Blicke und ist künftig schlicht verboten. Gleichzeitig schnellte die Zahl der Arbeitslosen in der Alpenrepublik auf Rekordwerte.

In Österreich haben Supermärkte wegen der Coronavirus-Pandemie mit der Verteilung von Schutzmasken an ihre Kunden begonnen. Damit wollen sie sicherstellen, dass zum Inkrafttreten der Maskenpflicht in Supermärkten am kommenden Montag alle Kunden entsprechend ausgerüstet sind. Allerdings verfügten am Mittwoch nicht alle Ketten über ausreichend Schutzmasken. In einigen Läden in Wien waren sie zu haben, in anderen nicht.

Österreich setzt auf die Maskenpflicht, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus weiter einzudämmen. Dabei geht es nicht um medizinische Masken, sondern um einen Mund-Nase-Schutz, der andere vor Ansteckung schützen soll. Auch selbstgemachte Masken sind erlaubt.

Maskenpflicht kann Mangel verschärfen

Das bestätigte auch der Supermarkt-Konzern Rewe, der in Österreich die Ketten Billa und Bipa betreibt: Die Verwendung von selbst hergestelltem Schutz aus Stoff, etwa aus Tüchern und Schals, sei zulässig, erklärte Rewe nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Die mehrmalige Verwendung der Masken sei erlaubt und gewünscht. Dies hob laut APA auch der Lidl-Konzern hervor: Andernfalls werde es "innerhalb kürzester Zeit zu weiteren Engpässen kommen".

Es wird allerdings gewarnt, dass ein Maskenzwang im Supermarkt den Mangel an Schutzmasken für medizinisches Personal weiter verschärfen könnte. Außerdem könnten einfache Masken, die nicht den Träger, sondern seine Umgebung vor möglicher Ansteckung schützen, ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln.

Erwerbslosigkeit steigt auf Rekordhoch

Kein gutes Sicherheitsgefühl haben auch österreichische Arbeitnehmer, die sich aufgrund der Corona-Krise im März arbeitslos melden mussten: Erstmals seit 1945 seien mehr als eine halbe Million Menschen ohne Arbeit gewesen, teilte das Sozialministerium mit.

So waren im vergangenen Monat insgesamt 562.522 Menschen - Arbeitslose und Schulungsteilnehmer zusammengerechnet - ohne Beschäftigung. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Anstieg von gut 52 Prozent. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition stieg um 4,7 Prozentpunkte auf 12,2 Prozent. Den größten Anstieg habe es im Bereich Tourismus gegeben, wo die Saison Mitte März mit den Schließungen der Betriebe beendet wurde. Danach folge die Bauwirtschaft.

Österreich Johannes Kopf (picture-alliance/AP/H. K. Techt)

Der AMS-Vorstand Johannes Kopf musste schlechte Zahlen verkünden

"Dieser extreme Anstieg der Arbeitslosigkeit ist nicht nur eine enorme Herausforderung für die so vielen von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen und ihre Familien, sondern stellt auch das AMS und seine Mitarbeiter vor eine noch nie dagewesene Belastungsprobe", sagte Johannes Kopf, Vorstand des österreichischen Arbeitsmarktservice (AMS).

Weitreichende Einschränkungen

In Österreich sind seit 16. März weitreichende Maßnahmen zur Virus-Eindämmung in Kraft. Nicht zur Grundversorgung notwendige Geschäfte sowie Schulen, Universitäten, Restaurants und Theater sind geschlossen. Die Menschen sollen ihre Wohnung möglichst nur verlassen, wenn sie einkaufen, arbeiten oder anderen helfen müssen. Die österreichische Regierung stützt die Wirtschaft mit einem 38 Milliarden Euro Hilfspaket. Dazu zählen der Erlass von Steuerschulden, Haftungen für Kredite und Notfallhilfen.

Laut Gesundheitsministerium wurden in Österreich bisher 10.366 Personen positiv auf das Virus getestet. Über 1100 Menschen werden in Krankenhäusern betreut, 198 von ihnen intensiv. Die Zahl der Todesopfer beträgt 128. Über 1000 Menschen seien wieder genesen.

nob/kle (dpa, rtr, afp)

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