Österreich platziert 100-jährige Anleihe | Wirtschaft | DW | 12.09.2017
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Wirtschaft

Österreich platziert 100-jährige Anleihe

Österreich will mit dem Papier mindestens eine Milliarde Euro erlösen. Es wäre das erste Wertpapier in der Euro-Zone dieser Art. Bisher gab es nur kleinere und privat platzierte Anleihen mit solch langer Laufzeit.

Die Niedrigzinsen machen es möglich: Österreich will erstmals eine Bundesanleihe auf den Markt bringen, die erst in 100 Jahren fällig wird. Bisher lag die maximale Laufzeit bei 70 Jahren. Die hundertjährige Anleihe wird am 20. September 2117 zurückgezahlt.

"Die Transaktion ist besonders spannend, weil es so etwas noch nie gegeben hat", sagte ein Banker, der die Emission vorbereite, am Dienstag zu Reuters. "Bis die Anleihe ausläuft, werden wir alle schon lange tot sein."

Hohe Nachfrage trotz geringer Rendite

Es gebe viele Orders, sagte der Sprecher der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur, Christian Schreckeis, am Dienstag. Kurz vor Schließung der Bücher lag die Nachfrage für das Wertpapier bei mehr als elf Milliarden Euro. Dabei ist dieses nicht unbedingt üppig verzinst. Die angebotene Rendite für die Anleihe liegt zwischen 2,00 bis 2,05 Prozent.

Voraussetzung: Geduld und ganz viel Optimismus

Grund für die Nachfrage ist die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank, welche die Renditen auf den Kapitalmärkten drückt: Etwa bei Tages- und Festgeldern oder bei Anleihen, mit denen sich Unternehmen oder Staaten frisches Geld besorgen. Da Investoren kaum noch Rendite finden, sind sie um jede Anlage froh, die ihnen regelmäßige Zahlungen verspricht - wie in diesem Fall bestenfalls über 100 Jahre hinweg.

Allerdings riskieren die Anleger, dass sie ihr Geld in Teilen oder ganz verlieren, sollte Österreich bis 2117 in Zahlungsschwierigkeiten geraten.

Irland und Belgien haben bereits Bonds mit einer Laufzeit von 100 Jahren platziert, jedoch nur bei ausgewählten Investoren und mit Volumen von 50 bis 100 Millionen Euro.

dk/uh (dpa, rtr)