Äthiopische Luftwaffe bombardiert wieder Ziele in Tigray | Aktuell Afrika | DW | 21.10.2021
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Afrika

Äthiopische Luftwaffe bombardiert wieder Ziele in Tigray

Bereits zum dritten Mal in dieser Woche hat die äthiopische Luftwaffe Ziele in der Krisenregion Tigray im Norden des Landes angegriffen. Dabei sollen auch Zivilisten verletzt worden sein.

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Nicht nur eigene Kämpfer, sondern auch Unbeteiligte seien Opfer der Attacken auf die Regionalhauptstadt Mekelle geworden, erklärte Tigrays De-facto-Präsident Debretsion Gebremichael. Ein Krankenhaus berichtete, es seien mehrere Verletzte eingeliefert worden, darunter eine schwangere Frau. Am Montag und Mittwoch hatte die Armee bereits Luftangriffe auf Agbe und Mekelle geflogen.

Die Regierung bestätigte die Einsätze, sagte aber, sie hätten speziell auf militärische Einrichtungen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) sowie Kommunikationsmasten und -ausrüstung abgezielt. In Mekelle leben mehr als 200.000 Menschen, im gesamten Ballungszentrum nach unterschiedlichen Angaben bis zu 550.000. Die äthiopische Armee hatte vergangene Woche eine neue Militäroffensive gegen Kämpfer der TPLF begonnen, die mit der Zentralregierung des Landes um die Vorherrschaft ringt.

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Der militärische Konflikt brach vor elf Monaten aus. Damals begann Ministerpräsident Ahmed Abiy mit Hilfe der Armee, die in Tigray herrschende TPLF zu verdrängen. Diese dominierte Äthiopiens Politik gut 25 Jahre lang, bis Abiy 2018 an die Macht kam. Viele Tigrayer fühlen sich seither von der Zentralregierung nicht vertreten und fordern mehr Autonomie. Fast zwei Millionen Menschen wurden seitdem aus der Krisenregion vertrieben. Es gibt zahlreiche Berichte über Gräueltaten, darunter Massaker und Massenvergewaltigungen. Die Auseinandersetzungen haben zu einer schweren humanitären Krise im Norden des Landes geführt. Seit Anfang August hat sich der Konflikt auf die Nachbarregionen Afar und Amhara ausgeweitet.

Nach den jüngsten Angriffen zeigten sich die Vereinten Nationen besorgt über das Wiederaufflammen der Kämpfe. Die Entwicklung sei "alarmierend". Alles, was Zivilisten oder deren Infrastruktur in Mitleidenschaft ziehen könne, müsse vermieden werden, sagte ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres.

qu/mak (afp, rtr, dpa)

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