Äthiopiens Truppen starten neue Offensive | Aktuell Afrika | DW | 09.10.2021
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Horn von Afrika

Äthiopiens Truppen starten neue Offensive

Die Organisation TPLF spricht von einem "massiven Vorgehen" der Armee gehen die Tigray-Kämpfer. Von dem, was in den nördlichen Konfliktregionen geschieht, dringt wenig nach außen.

Äthiopien Tigray Konflikt alter Panzer

Tausende Menschen wurden im Konflikt der Zentralregierung mit der TPLF getötet (Archivbild)

Truppen der äthiopischen Regierung und deren Verbündete haben offenbar in der Region Amhara im Norden des Landes eine neue Offensive gegen Kämpfer der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) gestartet. In mehreren Gebieten habe es Luft- und Bodenangriffe gegeben, sagten Mitarbeiter humanitärer Organisationen der Nachrichtenagentur AFP.

Ein TPLF-Sprecher sagte, es kämen Artillerie und Drohnen zum Einsatz. Die Angriffe konzentrierten sich unter anderem auf die Städte Wurgessa und Wegeltena. Zudem habe die Armee "Zehntausende" Soldaten im Norden Amharas zusammengezogen.

Äthiopien Premierminister Abiy Ahmed

Abiy Ahmed am Montag im Parlament während seiner Vereidigung für eine weitere Amtszeit

Die Regierung von Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed, der am Montag für eine weitere Amtszeit vereidigt worden war, hatte im November 2020 eine Militäroffensive gegen die TPLF begonnen, die bis dahin in der gleichnamigen Region im Norden Äthiopiens an der Macht war. Hintergrund waren jahrelange Spannungen zwischen der TPLF und der Regierung in Addis Abeba. Inzwischen sind weitere Akteure beteiligt, darunter eritreische Truppen und Milizen. Tausende Menschen wurden getötet.

"Äthiopien verstößt gegen Völkerrecht"

Vor allem als Folge dieses Konflikts sind nach Angaben der Vereinten Nationen bis zu sieben Millionen Menschen in den Regionen Tigray, Amhara und Afar dringend auf Hilfslieferungen angewiesen.

Äthiopien Tigray Krise

Millionen Menschen in der Konfliktregion sind auf Hilfslieferungen angewiesen

In der vergangenen Woche hatte das Außenministerium in Addis Abeba sieben UN-Mitarbeiter wegen des Vorwurfs der Parteilichkeit ausgewiesen - ein beispielloser Vorgang. UN-Generalsekretär António Guterres reagierte scharf und erklärte bei einer Sondersitzung des Sicherheitsrats am Mittwoch: "Wir sind der Auffassung, dass Äthiopien gegen das Völkerrecht verstößt."

jj/sti (dpa, afp)