Äthiopien und Eritrea unterzeichnen Friedenserklärung | Aktuell Afrika | DW | 09.07.2018
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Ostafrika

Äthiopien und Eritrea unterzeichnen Friedenserklärung

Nach jahrzehntelanger Erzfeindschaft bekunden die beiden Staaten bei dem Treffen in Asmara ihren Willen zu einer Kehrtwende: Angestrebt wird eine umfassende Aussöhnung und Wiederannäherung der ostafrikanischen Nachbarn.

Eritrea Treffen Abiy Ahmed und Isaias Afwerk in Asmara (picture-alliance/dpa/ERITV)

Mehrfache Umarmung zwischen Abiy Ahmed und Isaias Afwerki (vorn) - eine historische Geste

Der Kriegszustand ist beendet, diplomatische Vertretungen werden eröffnet, über Flughäfen, Seehäfen und Telefonleitungen sollen freie Beziehungen zwischen den Völkern so schnell wie möglich wieder in Gang kommen. Die ewigen Rivalen Äthiopien und Eritrea haben ihre Feindseligkeiten offiziell beigelegt und erste Schritte zur Wiederannäherung unternommen.

Bei seinem Besuch in Eritreas Hauptstadt Asmara unterzeichnete der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed zusammen mit dem eritreischen Präsidenten Isaias Afwerki eine "gemeinsame Erklärung für Frieden und Freundschaft". Nach Angaben des äthiopischen Außenministeriums sollten umgehend Vereinbarungen über die Eröffnung von Botschaften und die Aufnahme von Flügen zwischen den Hauptstädten in Kraft treten. 

Krieg um Unabhängigkeit und Grenzen 

Der äthiopische Regierungschef war am Sonntag zu Friedensgesprächen ins Nachbarland gereist. 1998 war ein Grenzstreit in einen Krieg eskaliert, bei dem rund 80.000 Menschen getötet wurden. Danach hatten die Beziehungen lange auf Eis gelegen. Eritrea hatte sich erst Anfang der 1990er Jahre von Äthiopien abgespalten und nach jahrzehntelangem Krieg für unabhängig erklärt.

Premier Abiy hatte im April sein Amt angetreten und Reformen sowie die Öffnung seines Landes angekündigt. Im Juni hatte erstmals seit 1998 eine hochrangige Delegation aus Asmara die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba besucht. Bis vergangenen Monat unterhielten beide Länder keine diplomatischen Beziehungen.

Eritrea gilt als eines der isoliertesten und repressivsten Länder der Welt. Der lange Militärdienst ist eine der Ursachen für die Flucht Hunderttausender junger Menschen, vor allem nach Europa.

SC/rb (afp, rtr, APE)

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