Äthiopien, Marokko und der Senegal sollen Reformpartner werden | Aktuell Afrika | DW | 27.10.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Bundesregierung

Äthiopien, Marokko und der Senegal sollen Reformpartner werden

Die Bundesregierung will mit drei weiteren afrikanischen Ländern verstärkt zusammenarbeiten. Diese müssen dafür Reformen angehen und so Investitionen aus Deutschland einfacher machen.

Die Bundesregierung will die Zusammenarbeit mit Äthiopien, Marokko und dem Senegal vertiefen und sogenannte Reformpartnerschaften vereinbaren. Entwicklungsminister Gerd Müller (Archivbild) sagte dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", den drei Ländern werde vor dem Afrika-Gipfel in der kommenden Woche ein entsprechendes Angebot gemacht.

Die Reformpartnerschaften sind Teil der von der Bundesregierung initiierten G-20-Strategie "Compact with Africa". Diese setzt laut "Spiegel" vor allem auf eine Verbesserung des Investitionsklimas vor Ort und mehr Engagement europäischer Unternehmen in afrikanischen Ländern. Bisher investierten deutsche Firmen wenig in den drei Staaten, hieß es.

"Äthiopien, Marokko und Senegal haben Fortschritte gemacht, so dass wir jetzt Verhandlungen über die ganz konkreten Reformziele im Rahmen der Partnerschaft beginnen können", sagte Müller. Er betonte, erst anschließend würden Kredite bereitgestellt. Geld aus Deutschland soll es nur für Staaten geben, die ihre Rahmenbedingungen verbessern.

Äthiopien Addis Abeba neue Präsidentin Sahle-Work Zewde (Getty Images/AFP/E. Soteras)

In Äthiopien gibt es viele Reformen. Seit kurzem hat das Land eine Präsidentin (Archivbild) und ein Kabinett, das zur Hälfte aus Frauen besteht

Bereits drei Reformpartnerschaften

2017 hatte die Bundesregierung Reformpartnerschaften mit Ghana, Tunesien und Elfenbeinküste unterzeichnet. Die Länder hatten sich für zusätzliche finanzielle Unterstützung zu konkreten Fortschritten in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und in der Wirtschaft verpflichtet. Im Fall von Tunesien rechnet das Entwicklungsministerium laut "Spiegel" damit, Ende des Jahres einen ersten Kredit auszuzahlen. Bis dahin müsse die Regierung dort unter anderem noch 40 neue Mitarbeiter in der Antikorruptionsbehörde einstellen.

Müller hat in der Vergangenheit stark für mehr Zusammenarbeit mit Afrika geworben und Eckpunkte für einen "Marshallplan" formuliert. In dieser Woche kündigte der CSU-Politiker eine Neuausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit an. Demnach will die Bundesregierung unter anderem die Partnerländer stärker in die Pflicht nehmen und Hilfen an Reformen knüpfen. Von Hunger und Not bedrohte Menschen in den ärmsten Ländern sollen allerdings weiterhin unterstützt werden.

Zu der Afrika-Konferenz am kommenden Dienstag in Berlin sind Wirtschaftsvertreter eingeladen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte im Vorfeld, die ökonomische Entwicklung in Afrika müsse angekurbelt werden, damit junge Menschen dort eine Perspektive hätten und ihre Länder gar nicht erst verließen.

Ba/jj (afp, kna)

 

Die Redaktion empfiehlt