Äthiopien akzeptiert Friedensabkommen mit Eritrea | Aktuell Afrika | DW | 06.06.2018
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Afrika

Äthiopien akzeptiert Friedensabkommen mit Eritrea

Die äthiopische Regierung will einen jahrzehntelangen Grenzkonflikt mit Eritrea beenden. Damit kommt Staatschef Abiy Ahmed der Einhaltung seines Versprechens näher, mit dem Nachbarland zu einer Friedenslösung zu finden.

Äthiopien beginnt mit Truppenabzug aus Grenzregion zu Eritrea (picture-alliance/dpa/R. Schoonderwoerd)

Februar 2002: Äthiopische Soldaten ziehen sich als Teil des Friedensabkommens aus dem Grenzgebiet zu Eritrea zurück

In einem Facebook-Beitrag erklärte die regierende Äthiopische Revolutionär-Demokratische Volksfront (EPRDF), sie werde den Beschluss einer von der UNO unterstützten internationalen Schiedskommission über den Grenzverlauf aus dem Jahr 2002 "vollständig" umsetzen. Das Exekutivkomitee der Partei rief die eritreische Regierung in der Erklärung auf, den Friedensappell aus Addis Abeba anzunehmen und ähnliche Schritte einzuleiten.

Äthiopiens neuer Regierungschef Abiy Ahmed hatte im April in seiner Antrittsrede versprochen, im Zuge eines neuen Dialogs mit Eritrea zu einer friedlichen Lösung des jahrzehntelangen Konflikts zu kommen. Eritrea hatte sich Anfang der 90er Jahre nach einem drei Jahrzehnte währenden Krieg von Äthiopien abgespalten und 1993 seine Unabhängigkeit erklärt. Das weit größere Äthiopien verlor dadurch den direkten Zugang zum Roten Meer.

80.000 Tote in zwei Jahren

Die beiden ostafrikanischen Länder am Horn von Afrika trugen von 1998 bis 2000 einen blutigen Krieg aus, in dem rund 80.000 Menschen getötet wurden. In einem Waffenstillstandsabkommen vom Dezember 2000 einigten sie sich darauf, den Verlauf der 1000 Kilometer langen gemeinsamen Grenze von einer internationalen Kommission bestimmen zu lassen.

Weil Äthiopien sich weigerte, den Schiedsspruch aus dem Jahr 2002 zu akzeptieren, dauerten die Spannungen zwischen den beiden Staaten noch an. Immer wieder kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, bei denen hunderte Menschen starben.

hk/kle (dpa, afp)

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