Ärger um Staatskredite für Airbus | Aktuell Europa | DW | 08.03.2019
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Luftfahrt

Ärger um Staatskredite für Airbus

Müssen die Staatskredite für die Entwicklung des gescheiterten Airbus A380 vollständig zurückgezahlt werden? Airbus sagt "nicht zwingend". Das Bundeswirtschaftsministerium meint: "Unbedingt". Streit ist vorprogrammiert.

Man werde "alles einfordern, was einem zustehe", heißt es aus dem Ministerium von Peter Altmaier. Im Moment würden die umfangreichen Kreditverträge geprüft, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums dem ARD-Hauptstadtstudio. Danach würden die Forderungen beziffert. Der Staat könne auf die Rückzahlung nicht verzichten. Schließlich handele es sich um Geld der Steuerzahler. Auch habe der Haushaltsausschuss des Bundestages noch ein Wörtchen mitzureden.

Das Wirtschaftsministerium reagiert damit auf Äußerungen des scheidenden Airbus-Chefs Tom Enders, der in einem Interview mit der "Financial Times" andeutete, dass Airbus den Rest der ausstehenden Kredite in Höhe von etwa 600 Millionen Euro nicht zurückzahlen wolle.

Airbus PK Tom Enders 26. Feb. 2014 (Reuters)

Harter Verhandler: Airbus-Chef Tom Enders

Deutschland hat seit 2002 etwa 940 Millionen an Krediten zur Entwicklung und Anschubfinanzierung des A380 an den europäischen Luftfahrtkonzern gewährt. Bislang sind aber nur etwa 300 Millionen Euro zurückgeflossen.

Schlechter Absatz

Airbus hatte Mitte Februar nach gut elf Jahren das Aus für seinen Riesenflieger A380 verkündet. Zuvor hatte der Großkunde Emirates eine Bestellung über 39 Maschinen storniert. Auch der Flugzeugfinanzierer Amedeo nimmt seine georderten 20 Maschinen nicht ab. Die letzte Maschine soll im Jahr 2021 ausgeliefert werden. Airbus zieht damit die Konsequenzen aus der Auftragsflaute.

Damit dürfte Airbus die Entwicklungskosten für den A380 nicht einspielen, berichtete das ARD-Hauptstadtstudio weiter. Enders steht auf dem Standpunkt, dass solche Finanzierung durch Regierungen - neben Deutschland haben auch Frankreich, Großbritannien und Spanien Kredite gewährt - nie ohne Risiko sind: "Es ist Fakt, dass das eine Risikopartnerschaft ist", so Enders. Den Regierungen sei bewusst, "dass ihr Geld bei fehlendem Erfolg des Flugzeugs in Gefahr ist."

cgn/rb (dpa, Financial Times)

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