Ägyptischer Fotograf aus Gefängnis entlassen | Aktuell Afrika | DW | 04.03.2019
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Pressefreiheit

Ägyptischer Fotograf aus Gefängnis entlassen

Nach mehr als fünf Jahren in Haft ist der Fotoreporter Mahmud Abu Said wieder auf freiem Fuß. Allerdings gelten strenge Auflagen für ihn.

Said habe eine Polizeiwache im Kairoer Stadtteil al-Haram verlassen und sei nun wieder zu Hause, teilte sein Anwalt Taher Abul Nasr mit. Der unter seinem Künstlernamen Shawkan bekannte Fotograf wurde unter strengen Auflagen freigelassen: Er muss sich fünf Jahre lang jeden Abend in der Polizeiwache melden und dort übernachten.

Shawkan war in den vergangenen Jahren zu einer Ikone im Kampf gegen die stark eingeschränkte Pressefreiheit in Ägypten geworden. Sein Fall galt als Beispiel für die Willkür der Justiz in dem nordafrikanischen Land.

 Mahmoud Abu Zeid (picture-alliance/dpa/A. Nabil)

Shawkan muss die Nächte bis auf weiteres noch hinter Gittern verbringen

Im August 2013 war er festgenommen worden, als er in Kairo über die blutige Niederschlagung eines Protestes von Anhängern des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi berichtete. Er musste sich wegen Mordes und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor Gericht verantworten. Ihm drohte die Todesstrafe. Anfang September vergangenen Jahres wurde er zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren verurteilt, die er damals jedoch bereits abgesessen hatte.

Im April zuvor hatte ihn die UN-Kulturorganisation UNESCO mit dem "World Press Freedom Prize" ausgezeichnet. Im selben Prozess, in dem sich Abu Said verantworten musste, bestätigten die Richter die Todesurteile gegen 75 Islamisten, weil sie gegen den Sturz Mursis protestiert hatten.

Ägyptens Militär hatte den frei gewählten Präsidenten im Juli 2013 nach Massenprotesten abgesetzt. An der Spitze der Armee stand der heutige Präsident Abdel Fattah al-Sisi. Unter seiner Führung geht Ägypten mit harter Hand gegen vermeintliche Gegner und kritische Journalisten vor.

uh/stu (dpa, afp, ap)

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