Ägypten: Plastikverbot am Roten Meer in Kraft | Aktuell Afrika | DW | 01.06.2019
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Umweltschutz

Ägypten: Plastikverbot am Roten Meer in Kraft

Seit diesem Samstag ist Einwegplastik in der ägyptischen Region Rotes Meer verboten. Mit dem im April beschlossenen Schritt will die Verwaltung der Provinz das Meeresleben schützen. Denn das Rote Meer vermüllt zusehends.

Strohhalme, Tüten, Geschirr oder Besteck aus Kunststoff sollen ab sofort an der ägyptischen Küste des Roten Meeres nicht mehr benutzt werden dürfen. Das Verbot gilt für Restaurants, Supermärkte, Hotels, Apotheken und auch auf Kreuzfahrtschiffen, die am Roten Meer anlegen.

Schildkröten und Delfine ersticken an Plastiktüten

Mit der neuen Regelung solle das Meer geschützt werden, sagte Provinz-Gouverneur Ahmed Abdallah bereits beim Erlass des Verbots im April: "Es ist ein Kampf gegen die Plastikflut, die die Menschen leichtfertig im Meer entsorgen. Wir wollen dieses Phänomen begrenzen, um unsere Meeresumwelt zu erhalten." Unternehmen und Privatleute sollten künftig auf Papierprodukte und auf Mehrwegverpackungen umsteigen.

Meeresschildkröte (picture alliance/dpa/Prisma/R. Mohammed)

Plastik im Wasser kann für Meeresschildkröten tödlich sein

Ein Großteil der Einnahmen in der Region um den Badeort Hurghada am Roten Meer kommt aus dem Tourismus. Die spektakulären Riffe und ihre Tierwelt sind bei Tauchern und Schnorchlern beliebt. Allerdings wird das gesamte Ökosystem von Klimawandel und Umweltverschmutzung bedroht: Plastiktüten legen sich über Korallenriffe, Delfine und Schildkröten verheddern sich in Plastikteilen - für beide Spezies kann das tödlich enden, wenn sie dadurch nicht mehr an die Meeresoberfläche zum Luftholen schwimmen können.  Andere Tiere verwechseln Plastikteile mit Nahrung und verenden am Plastik in ihren Mägen.

Fünf Billionen Kunststoffteile in den Weltmeeren

Wissenschaftler schätzen die weltweite Produktion von Plastik auf mehr als 300 Millionen Tonnen pro Jahr. Mindestens fünf Billionen Kunststoffteile schwimmen demnach aktuell in unseren Ozeanen.

Ägypten Stacheliges Seepferdchen im Roten Meer (Imago/imagebroker/SeaTops)

Plastikverbot für den Erhalt der Artenvielfalt im Roten Meer - hier ein Stacheliges Seepferdchen

Allein Ägypten produziert nach Angaben der nationalen Umweltbehörde jährlich rund 970.000 Tonnen Kunststoffabfälle. Demnach verwenden die Ägypter jährlich rund zwölf Milliarden Plastiktüten, was zu schweren Problemen am Nil und den beiden Küstenregionen des Landes - am Mittelmeer und am Roten Meer - führt.

Bereits 2011 war in der Provinz am Roten Meer ein Verbot von Einwegplastik diskutiert worden. Doch durch die Revolution, durch die im selben Jahr der langjährigen Diktator Hosni Mubarak gestürzt wurde, und die folgenden politischen Turbulenzen wurden diese Pläne damals auf Eis gelegt. 

Ägypten Sharm el-Sheikh (picture-alliance/dpa/A. Warnecke)

Sharm el-Sheikh: Hier gibt es ab sofort keine Plastik-Strohhalme oder anderes Einwegplastik mehr

cw/gri (afp, ape)