Ägypten - Christen im Fadenkreuz | Alle multimedialen Inhalte der Deutschen Welle | DW | 25.12.2017
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Ägypten - Christen im Fadenkreuz

Die Spannungen zwischen Muslimen und Christen in Ägypten sind in den letzten Jahren gewachsen. Die Regierung versucht, die Gewalt mit Hilfe der Polizei zu stoppen. Doch die jüngsten Anschläge gegen die koptische Minderheit lassen Zweifel aufkommen.

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Guirguis Fawzy ist ein typischer Vertreter der christlichen Gemeinde in Ägypten: Mittelstand, erfolgreich und im ganzen Land vernetzt. Der Kopte lebt mit seiner Familie in Suhag nördlich von Luxor in einer traumhaften Nillandschaft. Er handelt mit Holz. Viele seiner Verwandten leben in Großstädten wie Kairo und Alexandria. Guirguis Fawzy sagt von sich selbst, er sei in erster Linie Ägypter, also Teil einer arabischen Nation, und in erst in zweiter Linie sei er Christ. Auch das ist typisch für die Kopten in Ägypten, die sich eben nicht als Religionsgemeinschaft definieren, sondern die nationale Identität hervorheben. Das wird allerdings von muslimisch-extremistischen Kräften in Ägypten immer wieder in Frage gestellt. Zudem kommt es immer wieder zu mobartigen Angriffen, weil mal angeblich eine Muslima zum christlichen Glauben konvertiert ist, oder angeblich heimlich Kirchen in Appartements eingerichtet werden. Die Spannungen zwischen Muslimen und Christen sind in den vergangen Jahren gewachsen. Die Regierung unter al-Sisi versucht mit polizeilichen Maßnahmen die Gewalt zu unterbinden. Deshalb setzten die Christen mehrheitlich auf den autoritären Regierungsapparat des Präsidenten und nehmen Repressionen hin, solange sie im Gegenzug Sicherheit bekommen. Aber die jüngsten Anschläge gegen die christliche Minderheit lassen Zweifel aufkommen.