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Mission Berlin - Land und Leute

11 West-Berlin: eine Insel mitten in der DDR

Nach dem Mauerbau ist West-Berlin wie eine Insel – mitten in der DDR! Um dort hin zu kommen, muss man mit dem Flugzeug fliegen oder durch die DDR auf Straßen und in Zügen fahren, die sehr streng kontrolliert sind.

Ein Grenzposten steht vor der Absperrung am Brandenburger Tor

Vor dem Brandenburger Tor führt die Ost- und Westberlin teilende Mauer entlang

Viele junge Menschen gehen nach West-Berlin. Warum? Das hat viele Gründe. Zum Beispiel muss man als West-Berliner Bürger keinen Wehrdienst absolvieren: man muss keine militärische Ausbildung machen. Außerdem bekommen Arbeiter in West-Berlin die Berlin-Zulage. Das ist eine Prämie (Geld) für die Menschen, die in der eingemauerten Stadt arbeiten.

Die Situation von West-Berlin ist besonders. Auch die Stimmung ist besonders in dieser Stadt. Viele Künstler und Freidenker leben hier. "Ich fühl’ mich wohl, ich steh’ auf Berlin!": Das Lied "Berlin" von der deutschen Rockgruppe "Ideal" ist ein musikalisches Denkmal für dieses Berlin.

Rudi Dutschke spricht in ein Mikrofon

Rudi Dutschke bei einer Protestkundgebung in Berlin

Wie in anderen Städten auf der Welt formiert sich Mitte der 1960er Jahre eine neue Bewegung. Die jungen Menschen kritisieren die Politik und die gesellschaftlichen Werte. In Deutschland nennt man sie die 68er-Bewegung, weil 1968 der Studentenführer Rudi Dutschke bei einem Attentat verletzt wurde. In Berlin gibt es auch ein Todesopfer: Benno Ohnesorg, ein Student, der bei einer friedlichen Demonstration am 2. Juni 1967 von der Polizei erschossen wird. Er stirbt. Im Jahr 2005 schreibt der deutsche Schriftsteller Uwe Timm das Buch "Der Freund und der Fremde". Das ist eine Hommage an seinen Freund Benno Ohnesorg.

Bunt, antiautoritär und hochpolitisch: So ist die Szene in West-Berlin. Es gibt viele besetzte Häuser – die Leute zahlen keine Miete. Die Kommune 1 ist sehr bekannt.

Und immer wieder wird in Berlin demonstriert. Jedes Jahr am 1. Mai gibt es in Deutschland die Maikundgebungen. 1987 wird in Berlin-Kreuzberg diese Maikundgebung zu einer Straßenschlacht: Die Leute wollen mehr soziale Gerechtigkeit und kämpfen auf der Straße. Die Polizei richtet Tränengas und Wasserwerfer gegen die Demonstranten. Sie nimmt mehr als hundert Menschen fest. Der 1. Mai ist heute noch ein brisanter Tag in Berlin – mit Demonstrationen, die mit Zerstörung und Chaos enden. Mit dem Mauerfall (1989) verändert sich die Insel Berlin: Das Zentrum der Stadt ist mehr im Osten.

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