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Zypern-Verhandlungen

Zypern hofft auf seine Wiedervereinigung

Es gab schon zahlreiche Anläufe, die Teilung der Mittelmeerinsel zu überwinden - sie liefen alle ins Leere. Nach bilateraler Vorarbeit haben die Zyprer nun erstmals die Chance, den Konflikt zu lösen.

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Verhandlungen über Wiedervereinigung Zyperns

Die entscheidenden Beratungen zwischen den zyprischen Volksgruppen und den Garantiemächten Griechenland, Türkei sowie Großbritannien als ehemalige Kolonialmacht starteten an an diesem Donnerstag auf Außenministerebene. Der neue UN-Generalsekretär António Guterres eröffente die Konferenz im schweizerischen Genf. Der Vermittler der Vereinten Nationen, der Norweger Espen Barth Eide, der die seit Montag laufende neue Gesprächsrunde moderiert, sprach von einem historischen Ereignis. Bei den Vorgesprächen unter Leitung von Nikos Anastasiades für die griechischen und Mustafa Akinci für die türkischen Zyprer hätte es zu den meisten schwierigen Fragen Antworten gegeben.

Eide setzt darauf, dass sich die Konfliktparteien in den kommenden Tagen auf eine Lösung verständigen, die auf zwei Bundesstaaten in einem föderalen System basiert. Im Falle eines Durchbruchs würden auch der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan, der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras und die britische Premierministerin Theresa May nach Genf fliegen.

Zypern Friedensgespräche Demonstration für Frieden (Getty Images/AFP/I. Hatzistavrou)

Am Mittwoch demonstrierten Bewohner in Nikosia ein weiteres Mal für die Wiedervereinigung

Grenzziehung - ein erbittertes Streitthema

Die Außenminister beraten zunächst über Sicherheitsfragen. Beide Volksgruppen wollten zuvor noch Landkarten mit ihren Vorschlägen zur Grenzziehung austauschen - eines der erbittertsten Streitthemen bei den jahrelangen Versuchen der Annäherung. "Eine emotional sehr geladene Angelegenheit", sagte Eide. Zwar ist grundsätzlich geklärt, dass die türkischen Zyprer einen Teil des von ihnen bislang kontrollierten Gebiets abgeben müssen. Der Grenzverlauf ist aber noch unklar, ganze Orte wie etwa Morfu in Nordzypern sind umstritten.

Noch nicht geklärt sind unter anderem auch eine mögliche rotierende Präsidentschaft und die Frage, ob die Türkei als Sicherheitsgarantie weiter Soldaten auf der Insel stationieren darf.

Zypern ist seit einem von der damaligen Militärjunta in Griechenland unterstützten Putsch und einer anschließenden türkischen Militärintervention im Jahr 1974 geteilt. Die Türkische Republik Nordzypern wird nur von der Regierung in Ankara anerkannt. Die Republik Zypern trat 2004 der EU und dem Euro bei. Das EU-Recht gilt nur im griechisch-zyprischen Süden.

Sollte es ein Abkommen geben, müssten die Zyprer in beiden Inselteilen die Vereinbarung in einer Volksabstimmung billigen.

se/ww (dpa, afp, ard)

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