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Aktuell Europa

Zypern hat neuen Staatschef gewählt

Im Schatten einer schweren Finanzkrise haben die Zyprer über einen neuen Präsidenten abgestimmt. Als klarer Favorit ging der Anführer der größten konservativen Oppositionspartei Disy, Nikos Anastasiades, ins Rennen.

Passanten vor einem großen Wahlplakat des Kandidaten Anastassiades in Nikosia (Foto: picture alliance)

Wahlen Zypern Strassenszene

Um die Nachfolge des bisherigen linken Präsidenten Dimitris Christofias haben sich elf Politiker beworben. Das einzige kommunistische Staatsoberhaupt in der Europäischen Union trat nicht erneut an. Christofias nannte als Grund dafür die festgefahrenen Verhandlungen zwischen griechischen und türkischen Zyprern über eine Wiedervereinigung des Landes. In Zypern fungiert der Präsident zugleich als Regierungschef.

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Zypern wählt einen neuen Präsidenten

Laut Umfragen führt der 66-jährige Anastasiades. Der 66 Jahre alte pro-europäische Politiker will für Zypern einen "Neustart". Den könne es nur mit Hilfe der EU geben. Zwei Gegenkandidaten liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Einzug in eine mögliche Stichwahl: Giorgos Lillikas, der Vertreter der politischen Mitte, und der linksgerichtete, aber parteilose Ex-Gesundheitsminister Stavros Malas. Er wird von der regierenden kommunistischen Partei Akel unterstützt. Sollte im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen, kommt es am 24. Februar zur Stichwahl. Wahlberechtigt sind rund 545.000 Bürger.

Wahl mitten in der Finanzkrise

Erste Aufgabe des neuen Staatspräsidenten wird sein, das Euro-Mitgliedsland Zypern vor der Pleite zu retten. Das Geld in den Staatskassen reicht nach Angaben der Regierung nur noch bis Ende März. Der Inselstaat braucht dringend 17,5 Milliarden Euro, um seine Staatsfinanzen und Banken zu stabilisieren. Dies entspricht der Wirtschaftsleistung eines Jahres. Zypern hat im Juni eine Anfrage auf Hilfe aus dem Eurorettungsfonds gestellt.

Die Wahl wurde auch im türkisch-zyprischen Norden der Insel mit großer Aufmerksamkeit beobachtet. Die Insel ist nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention seit 1974 geteilt. Zypern ist seit 2004 Mitglied der EU. Das europäische Regelwerk gilt jedoch nur im griechisch-zyprischen Süden. Die Wahllokale schlossen um 18.00 Uhr Ortszeit (17.00 MEZ).

kle/rb/kis (afp, dpa, rtr)

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