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Teilung in Europa

Zypern: Der lange Anlauf zur Föderation

Nach einer schnellen Lösung im Zypern-Konflikt sieht es nicht mehr aus. Die Unterhändler waren schon einmal optimistischer. Doch sie wollen nicht aufgeben, immerhin.

Die Vereinten Nationen werden versuchen, die Mitte Februar abgebrochenen Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns so bald wie möglich wieder zu starten. Dies teilten die Führer der griechischen und der türkischen Zyprer, Nikos Anastasiades und Mustafa Akinci, in der Inselhauptstadt Nikosia mit. Zuvor hatten sie sich mit dem Sondervermittler der Vereinten Nationen für die Zypernfrage, Espen Barth Eide, getroffen. Von einem "offenen und konstruktiven Meinungsaustausch" war die Rede.

Nur ein Vorwand?

Die Gespräche waren Mitte Februar abgebrochen worden. Anlass war der Beschluss des Parlaments der Republik Zypern (griechische Seite) zum Schulunterricht. Danach soll in den griechisch-zyprischen Gymnasien einmal im Schuljahr für etwa zehn Minuten über ein Referendum aus dem Jahr 1950 diskutiert werden. Damals hatten sich mehr als 95 Prozent der griechischen Zyprer für eine Vereinigung mit Griechenland ausgesprochen. Das Referendum hatte allerdings keine rechtlichen Folgen, da es von der damaligen Kolonialmacht Großbritannien nicht anerkannt wurde.

Die türkisch-zyprische Seite interpretiert diesen Parlamentsbeschluss als Zeichen dafür, dass einige Kreise auf griechischer Seite nicht besonders viel Wert auf die Versöhnung mit den türkischen Zyprern legten. Die griechisch-zyprische Führung hingegen sieht darin nur einen Vorwand, die Gespräche solange zu stoppen, bis in der Türkei das Referendum über die Verfassungsänderung am 16. April dieses Jahres stattgefunden hat.

Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Für die Zukunft wird eine Föderation aus zwei gleichberechtigten Bundesstaaten angestrebt.

ml/stu (dpa, ape)