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Aktuell Europa

Zypern öffnet Grenzübergänge

Die gestarteten Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns tragen erste Früchte: Die griechische und türkische Seite der Mittelmeerinsel haben die Öffnung weiterer Grenzübergänge beschlossen.

Mehr als 40 Jahre teilt eine Grenze die Mittelmeerinsel Zypern. Zwei Wochen nach dem Neustart der Gespräche zur Überwindung der Teilung gibt es jetzt Fortschritte. Die griechisch-zyprische und türkisch-zyprische Seite haben die Öffnung weiterer Grenzübergänge vereinbart. Außerdem wollen die Republik Zypern und die Türkische Republik Nordzypern ihre Elektrizitäts- und Mobilfunksysteme vereinheitlichen, berichtet das Staatsfernsehen RIK.

Die Volksgruppenführer der griechischen und türkischen Zyprer, der Staatspräsident der Republik Zypern, Nikos Anastasiadis, und sein international nicht anerkannter türkischer Counterpart, Mustafa Akinci, vereinbarten ferner, die Handelsbeziehungen zu intensivieren.

Der liberale türkisch-zyprische Politiker Akinci pflegt seit Jahrzehnten gute Kontakte mit den Kreisen der griechisch-zyprischen Seite, die eine Lösung der Zypernfrage anstreben. Die Republik Zypern ist seit 2004 EU-Mitglied, nur die profitiert alleine von der Unterstützung der Europäischen Union. Anastasiadis sicherte zu, dass Zypern die Normen der Europäischen Union einhalten wollen. So soll auch eine gemeinsame Kommission für die Gleichberechtigung der Frauen eingerichtet werden.

Zypern ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt. Türkische Zyprioten erklärten einen unabhängigen Staat im Norden der Insel, der bisher nur von der Türkei anerkannt wird. Dort sind noch immer 35.000 Soldaten stationiert. Derzeit gibt es sieben Grenzübergänge, entlang der 180-Kilometer langen Waffenstillstandslinie. Etwa tausend Soldaten einer UN-Friedenstruppe überwachen diese Linie, die durch Europas letzte geteilte Hauptstadt verläuft - Nikosia. Der erste Grenzübergang öffnete vor elf Jahren. Davor waren beide Teile der Insel über 30 Jahre voneinander isoliert. Wann die nächsten beiden Grenzübergänge öffnen werden, ließen die beiden Staatschefs bisher offen.

Neuer Präsident Akinici als Hoffnungsträger

Akinici wurde am 26. April zum Präsidenten der isolierten Türkischen Republik Nordzypern. Er gilt als Hoffnungsträger für eine Vereinigung. Die Gespräche zur Überwindung der Teilung waren im September 2014 wegen eines Streits um Gasvorkommen unter dem Meeresboden für acht Monate unterbrochen worden.Am 11. Mai wurden die Verhandlungen wieder aufgenommen. Akinici und Anastasiadis werden sich das nächste Mal am 17. Juni treffen. Als mögliche Lösung wird eine Föderation zweier Bundesländer mit politisch gleichberechtigten Volksgruppen angestrebt.

pab/wl (dpa, afp, rtr)