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Testseite Aktuelles

Zyklon "Yasi" fegt über Australiens Nordosten

Häuser sind abgedeckt, Bäume entwurzelt, Stromleitungen zerrissen: Der schon im Vorfeld als Jahrhundert-Ereignis beschriebene Zyklon "Yasi" hat seinen zerstörerischen Weg durch den Nordosten Australiens begonnen.

Gefärbte Satellitenaufnahme des Zyklons an der australischen Küste (Foto: EPA/National Oceanic and Atmospheric Administration)

Yasi gilt als einer der stärksten Stürme aller Zeiten

Hausbesitzer vernagelt seine Fenster (Foto: AP)

Küstenbewohner versuchten zu retten, was vermutlich nicht zu retten ist

Das zuständige Wetteramt gab am späten Mittwoch (02.02.2011) bekannt, das "riesige und zerstörerische Auge" des Sturms habe in der Nähe der Kleinstadt Mission Beach das Festland erreicht. Ausläufer mit heftigsten Windböen wurden allerdings auch in vielen anderen Städten und Ortschaften registriert. Die Sturmfront ist über 500 Kilometer breit. Die größte Gefahr besteht nach örtlichen Einschätzungen für den 240 Kilometer langen Küstenstreifen zwischen der Stadt Cairns und der Ortschaft Ingham. Auch Schäden am Great Barrier Reef sind zu befürchten.

Schlimme Stunden

"Yasi" soll Windgeschwindigkeiten bis 300 Kilometer pro Stunde erreichen. Die Ministerpräsidentin von Queensland, Anna Bligh, sagte, ein derart starker Zyklon habe Queensland zuletzt 1918 heimgesucht: "Seine Auswirkungen sind wahrscheinlich lebensbedrohlicher als alles andere in den letzten Generationen Erlebte." Ministerpräsidentin Julia Gillard ergänzte, die Menschen in der Region erlebten schlimme Stunden.

Überschwemmungsgebiete aus der Vogelperspektive (Foto AP)

Der Bundesstaat Queensland kämpft seit Wochen mit verheerenden Fluten

Der riesige Wirbelsturm bedroht vor allem die Bewohner im Bundesstaat Queensland, der noch immer mit den Folgen der verheerenden Überschwemmung vom Anfang des Jahres kämpft. Etwa 35 Menschen kamen dabei ums Leben, 30.000 Gebäude gelten als beschädigt oder zerstört. Die Regierung hat die entstandenen Kosten auf umgerechnet mehr als vier Milliarden Euro geschätzt. Aus Furcht vor den neuerlichen meterhohen Flutwellen haben Tausende Küstenbewohner in Notunterkünften Schutz gesucht.

Leergefegte Regale

Aus Cairns wurden hunderte Patienten mit Hubschraubern in andere Krankenhäuser gebracht. Die Einwohner, die bleiben wollten, deckten sich mit Generatoren, Campingausrüstung und Notrationen ein und fegten die Regale der Geschäfte leer. Vor den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. In der Region sitzen auch ausländische Touristen fest. Von Cairns und Townsville aus reisen viele Besucher auf das Great Barrier Reef.

Ministerpräsidentin Julian Gillard (Foto: AP)

Spricht von schlimmen Stunden für ihr Land: Regierungschefin Gillard

"Yasi" ist auf die höchste Kategorie fünf der international gebräuchlichen Saffir-Simpson-Skala eingestuft worden. Er scheint damit vergleichbar mit Hurrikan "Katrina", der 2005 die Südküste der USA und New Orleans verwüstete. Die Küstenwache fürchtet, dass Tausende Häuser überflutet werden könnten. Auf seinem Weg über den Pazifik an die australische Küste hatte er gewaltige Energie aufgenommen. Ein Grund ist das derzeit rund 30 Grad warme Wasser des Ozeans.

Zuckerpreise auf Rekordniveau

In der betroffenen Region befinden sich auch einige Bergwerke und Zuckerplantagen. Die Unternehmen Billiton und Peabody Energy schlossen vorsorglich mehrere Gruben. Fast alle Rohzucker-Exporte Australiens kommen aus Queensland. Spekulationen auf schwere Ernteschäden durch den Mega-Wirbelsturm haben bereits den Preis stark in die Höhe getrieben. Raffinierter Zucker zur Lieferung im März verteuerte sich an den Londoner Terminmärkten um 2,5 Prozent auf 840 Dollar je Tonne. Damit stand der Future so hoch wie noch nie.

Autor: Gerd Winkelmann (dpa, ap, afp, rtr)
Redaktion: Sabine Faber

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