1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Asien

Zyklon "Pam" befeuert Debatte über Klimawandel

Die Behörden Vanuatus erhalten immer mehr Informationen über das Ausmaß der Katastrophe. Während die Nothilfe auf Hochtouren läuft, beginnt die Debatte, ob auch der Klimawandel Ursache für den Wirbelsturm ist.

Während die Hilfe für die Opfer anläuft, macht Vanuatus Präsident Baldwin Lonsdale die Klimaerwärmung mitverantwortlich für die Verwüstung. "Der Meeresspiegel steigt, das Wetter ändert sich", sagte er dem australischen Sender ABC. "In diesem Jahr hatten wir mehr Regen, die schweren Niederschläge der vergangenen Wochen waren weit mehr als das, was wir früher erlebt haben."

Ähnlich sieht es der Präsident der Seychellen, James Michel: "Der Zyklon, der gerade mit katastrophalen Folgen und tragischen Verlusten an Menschenleben Vanuatu - einen verbrüderten kleinen Inselstaat - getroffen hat, ist eine deutliche Demonstration des Klimawandels, der von manchen weiter geleugnet wird", sagte Michel. "Heute ist es der Süd-Pazifik, morgen könnten wir es sein", fügte der Staatschef des Archipels im Indischen Ozean hinzu. Er frage sich daher, wann die internationale Gemeinschaft endlich "aufwachen und sich der Realität stellen" werde.

Zyklon "Pam" als Vorbote?

Der Klimaforscher Mojib Latif vom Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung bestätigte, dass der Klimawandel eine Ursache sein könne. "Die Rechenmodelle sagen alle voraus, dass die tropischen Wirbelstürme nicht häufiger werden, aber dass die Zahl der besonders starken Stürme steigt", sagte Latif der Deutschen Presse-Agentur. Die Datenbasis reiche allerdings noch nicht aus, um sichere Aussagen treffen zu können. Dies werde erst in Jahrzehnten möglich sein. "Der Zyklon könnte aber ein Vorbote davon sein, was auf die Region zukommt", sagte Latif.

Drei Tage nach dem Durchzug des Zyklons "Pam" über den pazifischen Inselstaat wird das Ausmaß der Katastrophe immer deutlicher. Aufklärungsflüge über abgelegenen Inseln bestätigten die ersten Befürchtungen. Tom Perry, ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation CARE, sagte der Deutschen Welle,

auf der Hauptinsel Efate seien ganze Ortschaften komplett zerstört.

Der Wiederaufbau werde viele Monate dauern.

Ein Drittel obdachlos?

Die Inseln Erromango und Tanna mit etwa 30.000 Einwohnern waren bislang immer noch von jeder Hilfe abgeschnitten. Der Leiter des Büros der Hilfsorganisation Oxfam in der Hauptstadt Port Vila, Colin Collett van Rooyan, schloss nicht aus, dass mehr als ein Drittel der 250.000 Einwohner im ganzen Land obdachlos geworden sei. Die Zahl der Todesopfer war weiter ungewiss. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bislang 24 Tote bestätigt.

In der Hauptstadt Port Vila trafen inzwischen tonnenweise Hilfsgüter ein,

darunter auch Nahrungsmittel, Trinkwasser und Erste-Hilfe-Pakete. Der deutsche Honorarkonsul Jörg Michael Schwartze berichtete, in der Stadt selbst seien rund 90 Prozent der Gebäude beschädigt, aber einige Geschäfte hätten wieder geöffnet. "Die Versorgung funktioniert notdürftig." Trinkwasser fließe teilweise wieder, Strom jedoch nicht. Verschiedene Hilfsorganisationen riefen zu Spenden auf.

mm/djo (dpa, rtr, afp)

Die Redaktion empfiehlt