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Asien

Zyklon Aila fordert mindestens 210 Todesopfer

Bangladesch und die angrenzenden Regionen Indiens werden regelmäßig von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Wirbelstürmen getroffen. Die Opferzahlen nach dem jüngsten Zyklon könnten noch steigen.

Menschen auf Motorrad (Foto: dpa)

Indische Familie auf der Flucht vor dem Wasser

Der Zyklon "Aila" hat in Teilen Bangladeschs und im indischen Bundesstaat West-Bengalen eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. "Aila" vernichtete ganze Dörfer, hunderttausende Familien verloren ihre Häuser und Lebensgrundlagen. Millionen Menschen sind auf der Flucht, hunderte werden noch vermisst. In Bangladesch wurden bis zum Mittwoch (27.05.2009) 135 Todesopfer geborgen, in Indien 75. Viele ertranken durch eine von dem Zyklon ausgelöste Flutwelle.

Die Behörden rechnen mit steigenden Opferzahlen, denn weite Landstriche sind für die Rettungskräfte noch nicht zugänglich. Die Bedingungen vor Ort seien desaströs, sagte der Katastrophenschutzminister von Bangladesch, Abdur Razzak. Es sei für die Rettungskräfte sehr schwierig, in die betroffenen Gebiete im Süden des Landes vorzudringen. Besonders schlimm traf es nach Behördenangaben die vielen kleinen Inseln vor der Küste Bangladeschs.

Trinkwasserbrunnen versalzen

Frau mit zwei Kindern watet durch Hochwasser (Foto: dpa)

Warten auf Hilfe: Mutter mit Kindern in Bangladesch

Ähnlich sieht es in Indien aus. Dort ist vor allem da Gebiet um die Millionenstadt Kalkutta betroffen. "Wir können mit unserer Hilfe nur zehn Prozent der betroffenen Bevölkerung erreichen", sagte ein Sprecher der Regierung West-Bengalens der Nachrichtenagentur Reuters. In einigen Gebieten gebe es nicht einmal genug trockene Stellen, um Hilfspakete abzuwerfen.

Dringlichste Aufgabe, so die Caritas Bangladesch, sei nun die Versorgung mit Trinkwasser. Riesige Meereswellen hätten Brunnen und Teiche versalzen. Mehr als 500 Kilometer Deiche seien vernichtet worden. Dennoch glaubt Razzak, die Folgen des Zyklons allein bewältigen zu können. "Wir haben genug Mittel, um die Versorgung mit Lebensmittel, Hilfsgütern und Mittel für den Wiederaufbau abzusichern", sagte er.

Hunderte Tiger bedroht

Umweltschützer zeigten sich besorgt um die rund 500 Tiger, die im Sumpfgebiet des Sundarban-Delta leben. Ihr Trinkwasser sei durch die Überschwemmungen verunreinigt worden. Das Sumpfgebiet ist ein großes Tigerreservat.

Der Wirbelsturm hatte zu Wochenbeginn mit Hochwasser und Überschwemmungen die Region um das Sundarban-Delta heimgesucht. Dort münden der Ganges und der Brahmaputra in den Golf von Bengalen. Große Teile Bangladeschs liegen wenig höher als der Meeresspiegel und werden alljährlich von heftigen Zyklonen und Tropenstürmen heimgesucht. gmf/gri/afp/ap/kna/rtr/dpa)

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