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Sport

Zwischen Galavorstellungen und glanzlosem Fußball

Die 13 Bundesligaspieler, die bei der Copa America mit ihren Nationalmannschaften kicken, haben nach den ersten Begegnungen in Venezuela überrascht, enttäuscht und geglänzt. DW-WORLD.DE zieht eine Zwischenbilanz.

Bislang der Star der Copa America: Roque Santa Cruz

Bislang der Star der Copa America: Roque Santa Cruz

Der Star

In der letzten Saison hätte sich Roque Santa Cruz in Münchnen nach solch einer Begeisterung um seine Person gesehnt. Während das Publikum ihn dort oft ausgepfiffen hatte, reagierten die südamerikanischen Fans auf seine Auftritte bei der Copa America in Venezuela (26.6. bis 25.7.07) mit dem Ruf "Zugabe!, Zugabe!, Zugabe!".

Der Stürmer vom FC Bayern München ist zum Star des Turniers aufgestiegen. Mit drei Toren führte er Paraguay am Freitag zu einem 5:0-Erfolg gegen Kolumbien. Santa Cruz zeigte sein ganzes Repertoire, er traf einmal mit links, dann mit rechts und krönte seine Galavorstellung mit einem Kopfballtreffer.

Santa Cruz' starkes Spiel kam genau zum richtigen Zeitpunkt, denn der Goalgetter hofft, bei der Copa America einen neuen Arbeitgeber zu finden. Seit er in Venezuela ankam, wurde Santa Cruz immer wieder gefragt, wie seine Zukunft bei Bayern München aussehe. Zu seinen Plänen sagte er lediglich, dass er nicht in Deutschland bleiben werde.

Roque Santa Cruz wurde in der Bundesliga als ewiges Talent abgestempelt, bei der Copa America zeigt er den Zuschauern, was er eigentlich drauf hat.

Die Überraschung

Ein anderer Bundesligaspieler, der offiziell gar keiner mehr ist, hat mit seiner Leistung überrascht. Nicht nur weil er sehr gut spielte, sondern, weil seine bei der Copa America gezeigte Spielweise so gut wie nichts mit dem zu tun hatte, was man in Deutschland von ihm kennt.

Claudio Pizarro, Ex-Bayernspieler und jetzt bei Chelsea, ist im Team von Peru derjenige, der das Sagen hat, zuständig für Tempowechsel ist, der den Ball aus dem Mittelfeld holt und Impulse nach vorne bringt. Er ist als Kapitän seiner Mannschaft Führungspersönlichkeit und Kreativkraft. Anzusehen beim 3:0-Auftaktsieg gegen Uruguay am Mittwoch.

In Deutschland machte Pizarro Schlagzeilen wegen seiner privaten Eskapaden. In Venezuela macht er nur durch seine sportlichen Leistungen von sich reden.

Die Enttäuschung

Das Trikot mit der Nummer 10 auf dem Rücken, dem Erbe von Pele, war Diego eine Nummer zu groß. Folgerichtig durfte der Spielmacher von Werder Bremen das Mittelfeld Brasiliens auch nur für 45 Minuten lenken.

Diego ist die größte Enttäuschung bei der Copa America, dem Turnier, bei dem er vor drei Jahren als unbekannter Fußballer in Peru erste Erfolg feiern konnte und mit seiner Mannschaft den Titel gewann.

Trainer Dunga setzte bei dieser Copa auf Diego, er sollte den abwesenden Kaka ersetzen und zeigen, dass er eine wahre Alternative zu dem Milan-Star sein kann. Doch es ist ihm nicht gelungen, etwas aus dieser Rolle zu machen. Unter Diegos Regie lag Brasilien zur Halbzeit mit 0:2 gegen Mexiko (28.6.) zurück.

Für ihn wurde Anderson von Manchester United eingewechselt, mit dem die Brasilianer besser spielten, doch es reichte nicht, um das Ergebnis zu drehen. Anderson wird noch mal spielen, während Diego seine Chancen verspielt hat und wohl mit der Ersatzbank Vorlieb nehmen muss.

Die Anderen

Die Leistungen der übrigen Bundesligaspieler bei der Copa America kann man als unauffällig bezeichnen. Ob der Uruguayer Dario Rodríguez (Schalke 04), der US-Amerikaner Benny Feilhaber (HSV), die Brasilianer Gilberto und Mineiro (beide Hertha BSC) oder der eingebürgerte Paraguayer Jonathan Soto vom VfL Wolfsburg - keiner konnte Glanzpunkte setzen.

Einzig Paolo Guerrero (HSV) konnte durch sein Tor im Spiel Peru gegen Uruguay etwas auf sich aufmerksam machen. Julio dos Santos (Paraguay/Bayern München) und Naldo (Brasilien/Werder Bremen) warten noch auf ihr Debüt bei der südamerikanischen Meisterschaft.

Die Copa America ist noch in vollem Gange, daher darf sich die Fußballwelt in den nächsten Tagen auf weitere Überraschungen bei den Darbietungen des kickenden Personals freuen.

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