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Wissen & Umwelt

Zwergplanet Ceres gibt Geheimnisse preis

Die Raumsonde "Dawn" observiert Ceres zurzeit aus nächster Nähe. Das Ergebnis: Fotos, die den Planeten in der bisher besten Auflösung zeigen. Das birgt so einige Überraschungen - zum Beispiel Wasser am Zwergplaneten.

Die Aufnahmen der Nasa-Raumsonde «Dawn» zeigt den Krater Kupalo (Durchmesser etwa 25 Kilometer) auf dem Zwergplaneten Ceres. Die noch sehr scharfen wenig verwitterten Oberflächendetails insbesondere am Kraterrand deuten auf ein geringes Alter dieses Kraters hin. Bei den hellen Flecken handelt es sich wahrscheinlich um Salzablagerungen, die aus unterirdischem Eis freigesetzt wurden. (Foto: Foto: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/dpa).

Die Aufnahmen zeigt den Krater Kupalo auf dem Zwergplaneten Ceres. Bei den hellen Flecken handelt es sich wahrscheinlich um Salzablagerungen, die aus unterirdischem Eis freigesetzt wurden.

Auf dem Zwergplaneten Ceres gibt es gefrorenes Wasser! Das bestätigten nun Forscher des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen. Sie haben jüngste Aufnahmen ihrer Kameras auf der Raumsonde "Dawn" analysiert.

Die Sonde hat im Dezember ihre niedrigste Umlaufbahn in Höhe von 385 Kilometern erreicht. Dort umfliegt sie Ceres im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Dadurch entstehen Bilder von bislang unerreichter Genauigkeit, so das MPS. Sie ermöglichen Einblicke in eine Gegend voller Krater, Risse, Aufwölbungen und helle Flecken.

Kraterlandschaften und Wassereis

Ceres hätte zum Beispiel eine "überraschende Vielfalt an Kraterlandschaften". Die Forscher vermuten, dass diese durch Asteroiden-Einschläge entstanden seien.

Die Analyse der neuesten Aufnahme von den oberflächennahen Schichten von Ceres bestätigen frühere Befunde: Stellenweise befindet sich in nur geringer Tiefe gefrorenes Wassereis, das Salze enthält - so wie sie auch in Salzseen auf der Erde vorkommen.

"Ceres hat einen recht anständigen Eisanteil und ist daher ein sehr dynamischer Körper - das macht den Zwergplaneten auch so spannend", erläutert Ralf Jaumann, Planetenforscher am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Mitglied im Dawn-Team der Mission.

Diese Erkenntnisse bestätigen nach Angaben der Forscher, dass ein wesentlicher Teil von Ceres oberflächennahen Schichten aus Eis besteht. Genaueres zum Material, etwa im inneren der Krater, sorgt noch immer für Diskussionen unter den beteiligten Wissenschaftlern. Der genaue Ursprung von hellen Flecken, Kratern und Struktur soll mit dem 3D-Modell endgültig entschlüsselt werden.

3D-Modell in Arbeit

Denn bald wird Dawn den Zwergplaneten aus 385 Kilometern Entfernung erstmals komplett hochauflösend abgedeckt haben. Das 3D-Modell, das das DLR bisher erstellt hat, wird damit laufend aktualisiert und durch detailliertere Aufnahmen ergänzt. Es sind jedoch noch weitere Aufnahmen - bei denen die Kamera die Oberfläche aus einem anderen Winkel aufnimmt - nötig. Bis zum Sommer sollen genügend Bilder zur Verfügung stellen.

Weltraumabenteuer DAWN-Mission

Ceres ist schon der zweite Himmelskörper, den die Raumsonde DAWN ins Visier nimmt. Im September 2007 zu ihrer langen Reise in den Asteroidengürtel gestartet, schwenkte die Sonde fast vier Jahre später am 16. Juli 2011 in eine Umlaufbahn um den Asteroiden Vesta ein - als erstes Raumschiff, das so einen kosmischen Felsbrocken umkreist.

Nie zuvor hatten Flugtechniker ein solches Manöver gewagt. Rund ein Jahr hatte DAWN den Asteroiden Vesta aus dem Orbit untersucht. Eine Welt, die das komplette Gegenteil zu Ceres darstellt. Vesta ist ein trockener, felsiger Asteroid, während es sich bei Ceres um eine nasse Welt handelt, mit einem geschätzten Wasseranteil von 15 bis 25 Prozent.

hf/fs (dpa/dlr)

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