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Ostmitteleuropa

Zweites Forum Polen

- Deutschland in Warschau - Interview der "Gaseta Wyorzca" mit dem Vorsitzenden der Konrad Adenauer Stiftung in Polen, Henning Tewes

Warschau, 18.04.2002 GAZETA WYBORCZA, poln.

Frage: Dieses Forum wird sich mit Polen und Deutschland im Jahr 2013 befassen. Warum diese zeitliche Ferne?

Antwort: Wir möchten die gegenwärtigen Probleme etwas beiseite legen und über die Zukunft nachdenken. Wir wählen Themen, die erst in ein Paar Jahren aktuell sein werden. 1999, als das Erste Forum stattfand, wollte niemand über die Arbeit diskutieren. Diesmal möchten aber alle dieses Thema behandeln. Ihm wird auch eine der Diskussionsrunden gewidmet werden. Ich möchte aber, dass beispielsweise auch über die Bildung der Kinder gesprochen wird, die vielleicht Berufe ausüben werden, die es heute noch gar nicht gibt.

Frage: Eines der Themen soll die Rolle Europas in der gegenwärtigen Wellt betreffen. Es sind auch Diskussionen über die transatlantischen Beziehungen sowie über ... China geplant.

Antwort: Wir möchten darauf hinweisen, dass Europa eine Handelspolitik oder eine Menschenrechtspolitik in Bezug auf China braucht und es sich diesbezüglich nicht nur auf die USA verlassen sollte. Polen und Deutschland haben viel gemeinsam, was die Beziehungen zum Rest der Welt betrifft. Sie sind zu klein, um im Alleingang zu agieren. Wenn Europa die Welt gestalten möchte, dann muss das gemeinsam geschehen.

Frage: Was werden die Diskussionen zum Inhalt haben, die unter das Motto "Glaube@2013" und "Männer @2013" gestellt worden sind?

Antwort: Das wird eine gute Gelegenheit werden, um den polnischen und den deutschen Lebensstil zu vergleichen, insbesondere den der jungen Menschen. Einige Erscheinungen sind identisch wie z.B. die zunehmende Zahl der Singles, Scheidungen oder die immer geringer werdende Rolle der Kirche. Es gibt jedoch auch Unterschiede zwischen uns: Deutsche, die ihre Kindheit in den siebziger oder achtziger Jahren erlebten, können sich an den Wohlstand in der Kindheit erinnern, wogegen den Polen oft nur die Erinnerung an Armut bleibt. Vielleicht bemühen sich deswegen die Polen stärker um ein Auto, eine Wohnung oder andere materielle Güter. Sie sind ehrgeiziger und selbständiger als ihre deutschen Kollegen, die vieles von den Eltern bekommen haben. Die jungen Deutschen hingegen zeigen viel mehr Interesse am Umweltschutz oder an der Gleichberechtigung der Geschlechter. Ein gutes Beispiel dafür ist der Besuch von Klaus Schwab, dem Leiter des Weltwirtschaftsforums in der Hauptschule für Handel in Warschau. Zu diesem Treffen ist nicht ein einziger Globalisierungsgegner erschienen. Zu einem solchen Treffen an einer deutschen Universität hingegen wären Scharen von Globalisierungsgegnern gekommen. In Polen wird der "Turbokapitalismus" von den Gewerkschaften und von der Kirche kritisiert, in Deutschland hingegen von jungen Menschen. (Interview: Dominika Pszczolkowska) (Sta)

  • Datum 19.04.2002
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  • Permalink http://p.dw.com/p/26Tr
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