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Aktuell Welt

Zweiter Weckruf für Philae

Fünf Monate nach dem spektakulären Aufschlag auf dem Kometen Tschuri soll die Raumsonde "Rosetta" versuchen, Kontakt zur Landesonde aufzunehmen.

Seit zwei Uhr (MESZ) wartet das Team des Kontrollzentrums beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf eine Nachricht von "Philae". Womöglich wacht das Mini-Labor aber erst im Mai oder Juni auf. Bei der ersten Versuchsreihe im März war "Rosettas" Lockruf noch ohne Reaktion verhallt.

"Philae" war im November nach zehnjähriger Reise auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" – kurz: "Tschuri" - von "Rosetta" gelandet. Allerdings kam die kühlschrankgroße Sonde erst nach zwei Hüpfern und abseits des ursprünglich vorgesehenen Landeplatzes zum Stehen. Weil sie dort im Schatten liegt und zu wenig Sonnenenergie erhält, waren ihre Batterien bereits nach gut 50 Stunden wissenschaftlicher Arbeit erschöpft. Der Roboter muss auf mehr Licht warten. Da Komet "Tschuri" derzeit auf die Sonne zurast, wird der Landeroboter in den nächsten Monaten mehr Energie erhalten.

Warten auf Licht – und die passende Konstellation

Sollte "Philae" schon wach sein, schaltet er alle 30 Minuten seinen Empfänger an und lauscht. Die Forscher wollen das Aufwachen des Landeroboters auf keinen Fall verpassen. Die ersten Daten danach seien besonders spannend. "Nach deren Auswertung wissen wir mehr über den Gesundheitszustand des Landers, über seine Temperatur und die Energie, die er über die Solarpanele aufnimmt", sagt der "Philae"-Projektleiter beim DLR, Stephan Ulmanec. Der Landeroboter braucht mindestens 5,5 Watt und eine Betriebstemperatur wärmer als minus 45 Grad Celsius.

Außerdem muss die Konstellation zwischen "Rosetta" und "Philae" günstig sein. Ende März hatte Komet "Tschuri" so viel Staub aufgewirbelt, dass "Rosetta" auf einem dichten Überflug Probleme mit der Orientierung hatte. Der Orbiter ging über eine "Fluchtbahn" auf Distanz und näherte sich dann wieder auf 140 Kilometer an.

rb/wl (afp, dpa)