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Kultur

Zweimal Orbit und zurück

Das Rennen ins All um den "X-Prize" geht in die heiße Phase: Nach einem ersten Test im Juni ist jetzt das "SpaceShipOne" zu seinem ersten Qualifikationsflug gestartet.

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Im Test: SpaceShipOne erreichte eine Höhe von 100,1 Kilometern

Als Favorit um den mit zehn Millionen Dollar dotierten "X-Prize" startet das "SpaceShipOne" am Mittwoch (29.9.) in Kalifornien. Die Regeln für den im Mai 1996 ins Leben gerufenen Preis sehen vor, dass bis Januar 2005 ein privates Raumflugzeug innerhalb von zwei Wochen zweimal bis in eine Höhe von 100 Kilometern an den Rand des Orbits fliegen muss. An Bord des Flugkörpers soll nicht nur ein Pilot sein, sondern auch das Äquivalent des Gewichts von zwei Passagieren und deren Ausrüstung. Um den Preis bewerben sich insgesamt 24 Teams aus sieben Ländern. Neben dem "SpaceShipOne" will auch eine weitere Gruppe von Raumfahrern den Launch in den nächsten Tagen wagen.

"SpaceShipOne" ist Favorit

Privatrakete Rückklick

Das erste privat finanzierte Raumschiff: "SpaceShipOne"

Das kanadische "Da Vinci Project Team" stellte erst kürzlich sein Raketenflugzeug "Wild Fire Mark VI" in Toronto vor: Die Maschine soll von dem weltgrößten wiederverwendbaren Helium-Ballon in eine Höhe von 24,4 Kilometern gehoben werden und von dort aus starten. Als Launch-Termin ist der 2. Oktober vorgesehen.

Doch erst einmal geht das "SpaceShipOne" in der kalifornischen Mojave-Wüste an den Start. Anders als das kanadische wird das amerikanische Raketenflugzeug im Huckepack-Verfahren von einem Flugzeug bis in eine Höhe von mehr als 16 Kilometern geflogen und dort abgekoppelt.

"SpaceShipOne" gilt als klarer Favorit im Rennen um den "X-Prize". Es hatte am 21. Juni als erstes privat finanziertes Raumflugzeug bei einem Testflug eine Höhe von rund 100,1 Kilometern erreicht und damit am Rand des Weltalls gekratzt. Hinter dem Projekt stehen der Luftfahrtpionier Burt Rutan (60) und der Milliardär und Microsoft-Mitbegründer Paul Allen (51). Beiden schwebt vor, innerhalb von zehn Jahren abenteuerlustigen Weltraumtouristen Flüge zum Preis einer Luxuskreuzfahrt anzubieten. Allen hat das Projekt bislang mit mehr als 20 Millionen Dollar gesponsert.

"'SpaceShipOne' geht im wahrsten Sinne des Wortes ab wie eine Rakete. Sobald der Pilot die Triebwerk startet, geht es mit dreifacher Schallgeschwindigkeit senkrecht nach oben", beschreibt Mark Lewis, Luft- und Raumfahrtingenieur an der University of Maryland, den Antrieb des Fluggeräts.

Ein teurer Spaß

Huckepack

Per "Huckepack" wird das "SpaceShipOne" in eine Höhe von rund 16 Kilometern gebracht

Während die Teams des "SpaceShipOne" und "Wild Fire Mark VI" sich gute Chancen auf den Gewinn des "X-Prize" ausrechnen, ging der Traum vom Flug ins All für zwei 26-jährige Ingenieure aus dem US-Bundsstaat Washington schon Anfang August in Flammen auf. Nach der Explosion beider Triebwerke zerfiel die unbemannte, sieben Meter lange Rakete "Rubikon 1" nach nur ein paar hundert Metern in ihre Einzelteile. Übrig blieb nur der Kopf der Testpuppe, der Minuten nach dem Unfall an den Strand des Pazifischen Ozeans gespült wurde. Ein Team aus Texas kommentierte die Explosion seiner Rakete "Armadillo" mit einem gehörigen Schuss Humor. "Gute Tests, vollständiger Verlust des Gefährts", hieß es.

Die Idee für den "X-Prize" geht auf den Rekordflug des amerikanischen Flugpioniers Charles Lindbergh zurück, der 1927 für den Non-Stop-Flug von New York nach Paris über den Atlantik ein Preisgeld von 25,000 Dollar gewann. Der 1919 ausgelobte "Orteig-Prize" eines Hoteliers galt damals als eine Initialzündung für die Luftfahrtindustrie. Jahrzehnte später wollen die "X-Prize"-Stifter die private und kommerzielle Nutzung der Raumfahrt und den Weltraumtourismus fördern. Aber auch wenn es nur einen Gewinner geben wird, haben die meisten Wettbewerbsteilnehmer bereits angekündigt, ihre Projekt auf jeden Fall weiter fortführen wollen.

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