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Politik

Zweifel an neuem Klimaabkommen wachsen

Wer für den Klimaschutz bezahlen soll, ist vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen umstrittener denn je. Der Gipfel könnte auch scheitern, warnte jetzt Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel.

Erde (Foto: DLR)

Schwarze Aussicht für die Erde? - Eine umfassende weltweite Einigung zum Klimaschutz ist in weite Ferne gerückt

Einen Monat vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen zweifelt Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) daran, dass dort ein neues Weltklimaabkommen beschlossen werden wird. "Die Bundesregierung will den Erfolg", sagte Niebel dem "Hamburger Abendblatt" vom Samstag (07.11.2009). "Aber es verstärken sich die Zweifel, ob das zeitlich noch möglich ist." Auch ein "politischer Beschluss" über Eckpunkte eines neuen internationalen Abkommens wären seiner Einschätzung nach schon ein Erfolg.

Teurer Klimaschutz

Dirk Niebel (Foto: AP)

Entwicklungsminister Niebel ist einer der Zweifler

Auf dem Klimagipfel in Kopenhagen soll ein Nachfolgeabkommen für das so genannte Kyoto-Protokoll geschlossen werden, das 2012 ausläuft. Allerdings streiten Industrie- und Entwicklungsländer derzeit, welche Länder ihre Emissionen wie stark reduzieren müssen und wer die Kosten für Maßnahmen zu Kohlendioxid-Reduktionen tragen soll.

Nach Schätzungen der EU brauchen die ärmsten Länder der Erde dafür ab 2020 rund 100 Milliarden Euro pro Jahr, wobei zwischen 22 und 50 Milliarden Euro aus öffentlichen Mitteln kommen müssen. Die EU hat signalisiert, ein Drittel der Kosten zu übernehmen. Eine Einigung aller Industrieländer steht aber aus. "Wenn es keine Übereinkunft über finanzielle Beiträge gibt, die sicherstellt, dass wir das Problem angehen können, würde ein Beschluss in Kopenhagen viel schwieriger werden", warnte der britische Finanzminister Alistair Darling am Samstag beim Treffen der Finanzminister der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) im schottischen St. Andrews.

Entwicklungsländer protestieren

Steinkohle-Kraftwerk (Foto: AP)

Das muss weniger werden: Ausstoß eines Steinkohle-Kraftwerks in Gelsenkirchen

Die EU ist bereit, ihre Emissionen bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent einseitig zu reduzieren, um 30 Prozent, wenn andere Industrieländer mitziehen. Nach Einschätzung des Weltklimarates müssen die Industrieländer ihre Emissionen um 25 bis 40 Prozent verringern, um die Erderwärmung unter zwei Grad zu halten.

Den Entwicklungsländern reichen diese Zusagen nicht aus. Bei Vorbereitungsgesprächen auf Fachebene im spanischen Barcelona kam es kürzlich zum Eklat: 50 afrikanische Staaten verließen die Sitzung vorübergehend, um gegen die ihrer Ansicht nach zu zögerliche Haltung der Industrieländer zu protestieren. Diese müssten ihren Schadstoffausstoß bis 2020 um mindestens 40 Prozent senken, fordert die "Gruppe der 77", in der sich Entwicklungs- und Schwellenländer zusammengeschlossen haben.

Autor: Dirk Eckert (ap, dpa, rtr)

Redaktion: Ranty Islam

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