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Deutschland

Zwei weitere Terrorverdächtige festgenommen

Im Bahnbomben-Fall sind zwei weitere Verdächtige gefasst. Einer wurde in Deutschland, der andere im Libanon festgenommen. Ein Verdächtiger legte ein Teilgeständnis ab.

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Fahndungsplakat, mit dem die Polizei nach Jihad H. suchte

Terror Deutschland Polizei Karlsruhe Bombenleger

Sicherheitsbeamte mit Youssef Mohamad E. H.

In Konstanz nahm die Polizei am Freitag (25.8.2006) einen weiteren Verdächtigen im Kofferbomben-Fall fest, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Beamte des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg hätten den Mann am Morgen festgesetzt. Räume eines Studentenwohnheims in Konstanz seien durchsucht worden. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft ist der Verdächtige dem persönlichen Umfeld des am vergangenen Samstag festgenommenen Beschuldigten Youssef Mohamad E. H. aus Kiel zuzurechnen. Ob und inwieweit er in die Anschlagsvorbereitungen eingebunden gewesen sei, werde noch ermittelt.

Unterdessen wurde im Libanon ein vierter Verdächtiger festgenommen. Dies erklärte Generalstaatsanwalt Said Mirsa am Freitag vor Journalisten. Der 24-Jährige sei am Mittwoch nach Hinweisen, die der zuvor festgenommene Jihad H. geliefert habe, in der nordlibanesischen Hafenstadt Tripoli gefasst worden.

"Mitwisser und Helfer"

Bereits am Freitagvormittag hatte der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, in der ARD erklärt, das BKA gehe davon aus, "dass es in Deutschland Mitwisser und Helfer gegeben hat". Dass man insgesamt sieben Personen im Visier habe, könne er so nicht bestätigen. Nach bisherigem Ermittlungsstand gehe das BKA von einer terroristischen Zelle in Deutschland aus. Ob es einen Zusammenhang mit der libanesischen Organisation Hizb ut-Tahrir gebe, sei noch nicht klar. Mit der "schnellen Verhaftung" der beiden mutmaßlichen Bombenleger wurde nach Ansicht Zierckes der "unmittelbaren Gefahr die Spitze genommen". Man müsse aber wachsam bleiben.

Teilgeständnis

Der Terrorverdächtige Jihad H. hat beim Verhör in Beirut ein Teilgeständnis abgelegt. "Wir haben ein Geständnis, dass er den Koffer in den Zug getragen hat. Aber er sagte, er habe nicht gewusst, was sich darin befindet", sagte der libanesische Innenminister Ahmed Fatfat am Freitag. Noch sei nichts geklärt, aber in Hamads Computer hätten die Ermittler etwas gefunden, das mit dem Terrornetzwerk El Kaida in Verbindung gebracht werden könne.

Fatfat sagte, die Vernehmung des Verdächtigen, der sich am Vortag der Polizei gestellt hatte, werde fortgesetzt. Die Befragung konzentriere sich darauf, ob die Tatverdächtigen einer bekannten Extremisten-Organisation angehörten. "Wir haben den deutschen Ermittlern erlaubt, (dem Verhör) beizuwohnen und Jihad Hamad auch zu verhören." Die libanesische Polizei vernahm zudem einen Angehörigen des in Kiel verhafteten El Hajdib als Zeugen. Da sich der 24 Jahre alte Mann in Widersprüche verstrickt habe, befinde er sich nun in Polizeigewahrsam, sagte Fatfat.

Die beiden Sprengstoffkoffer waren am 31. Juli in zwei Regionalzügen in Nordrhein-Westfahlen deponiert worden, jedoch wegen technischer Fehler nicht explodiert. (stu/sams)

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