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Afghanistan

Zwei US-Soldaten bei Anschlag auf NATO-Konvoi in Afghanistan getötet

Bei einem Selbstmordanschlag der Taliban auf einen NATO-Konvoi in Afghanistan sind zwei US-Soldaten ums Leben gekommen. Die Tat ereignete sich in der südlichen Provinz Kandahar.

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen NATO-Konvoi in der südafghanischen Provinz Kandahar hat es nach Angaben der Mission Resolute Support (RS) Opfer gegeben. Das bestätigte RS über den Kurznachrichtendienst Twitter. Ein Attentäter habe ein Fahrzeug voller Sprengstoff in den Konvoi ausländischer Soldaten gesteuert, teilte ein Polizeisprecher für die Provinz Kandahar ergänzend mit. Später teilte das Pentagon mit, es seien zwei amerikanische Soldaten bei dem Anschlag zu Tode gekommen. Zivile Opfer habe es nicht gegeben.

Sender 1TV: Attacke auf einen US-Konvoi  

Der afghanische Sender 1TV hatte zuvor unter Berufung auf nicht genannte Quellen berichtet, es handele sich um einen US-Konvoi. Die Explosion habe sich im Daman-Bezirk nahe der Provinzhauptstadt Kandahar ereignet, sagte Hadschi Agha Lali Dastgiri, ein Mitglied des Provinzrats. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu der Tat. Der Angriff sei gegen ausländische Truppen nahe einer Basis des afghanischen Geheimdienstes NDS gerichtet gewesen, heißt es in dem Tweet des Sprechers Sabiullah Mudschahid.

Gläubige begutachten und fotografieren die Schäden in der Moschee im westafghanischen Herat (Foto: DW/S. Tanha)

Gläubige begutachten und fotografieren die Schäden in der Moschee im westafghanischen Herat

Angehörige der schiitischen Minderheit in Afghanistan riefen unterdessen zu Protesten auf. Anlass ist der Anschlag auf eine Moschee am Dienstag im Westen des Landes mit mindestens 30 Toten. "Wir werden die Toten heute Nachmittag begraben und dann werden wir auf die Straße gehen und Gerechtigkeit verlangen", sagte Farhad Dost, der bei dem Anschlag in Herat einen Angehörigen verlor. "Sie haben sogar siebenjährige Kinder getötet", so Dost. "Das war kein Anschlag auf Schiiten, das war ein Anschlag auf alle Afghanen, auf alle Muslime." 

"Polizei hat nicht versucht, die Angreifer zu stoppen"

Die Wut der Schiiten, die mit rund drei Millionen Angehörigen im mehrheitlich sunnitischen Afghanistan eine Minderheit stellen, richtet sich auch gegen die Behörden. "Der Polizeiposten ist nur hundert Meter von der Moschee entfernt", sagte Dost. "Sie haben noch nicht einmal versucht, die Angreifer zu stoppen."  Bei der Attacke waren auch 64 Menschen verletzt worden. Augenzeugen zufolge feuerten zwei Angreifer zunächst auf die Gläubigen, dann warfen sie Granaten in das Gebäude und sprengten sich schließlich selbst in die Luft. Zu dem Anschlag bekannte sich am Mittwoch die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). 

Am Montag hatte der IS auch einen Anschlag auf die irakische Botschaft in der Hauptstadt Kabul für sich beansprucht. Die Terrormiliz hatte in den vergangenen Monaten immer wieder schiitische Muslime und Moscheen in Afghanistan ins Visier genommen.

sti/hk/kle (afp, dpa, rtr)