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Kultur

Zwei Tote bei Amoklauf in Montreal

Ein wahllos um sich schießender Mann einer höheren Schule im kanadischen Montreal hat am Mittwoch 20 Schüler verletzt, eine junge Frau starb. Der Täter wurde nach seiner Tat von der Polizei erschossen.

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Die Schüler flüchten in Panik

Der Täter eröffnete wahllos das Feuer am Mittwoch gegen Mittag (Ortszeit), wie der Montrealer Polizeichef Yvan Delorme mitteilte. Einem Rundfunkbericht zufolge starb eine 20-Jährige an ihren Verletzungen. Der Täter selbst wurde beim Verlassen des Schulgebäudes von der Polizei erschossen.

Montreals Polizeichef Delorme wollte nach Angaben des amerikanischen Fernsehsenders CNN nicht über das Tatmotiv spekulieren. Er teilte auch keine Einzelheiten über die Person des Schützen mit. Gleichzeitig betonte er, er sehe keinen Zusammenhang mit Terrorismus.

Irokesenschnitt und Piercings

Nach Medienberichten ist der Todesschütze inzwischen von Zeugen identifiziert worden und stammt aus der kanadischen Stadt. Wie die Zeitung "Globe and Mail" berichtete, hätten Zeugen den Schützen als einen 25-jährigen Mann aus dem Norden von Montréal identifiziert. Einige Zeitungen veröffentlichten Fotos, die den jungen Mann in schwarzer Kleidung und mit einem langen Gewehr im Arm zeigen. Der Täter hatte nach Augenzeugenberichten eine Irokesenfrisur und zahlreiche Piercings.

Der Todesschütze sei mit seinem Auto, einem Pontiac Sunfire, zum Dawson College gefahren, habe Waffen aus seinem Kofferraum geholt und sei in das Gebäude gegangen. Außer dem Gewehr habe er mindestens zwei Waffen in einer Tasche bei sich gehabt, berichtet die Zeitung. Ein Polizeibeamter habe ihn beobachtet und sofort Verstärkung gerufen. "Es hätte alles noch viel schlimmer werden können, aber die Polizei war schon drei Minuten, nachdem die Schießerei begonnen hatte, am Tatort", sagten Augenzeugen.

Panische Flucht

Gleich nach den ersten Schüssen am Mittag war an der Schule Panik ausgebrochen. "Ich hörte einige Schüsse und sah dann eine Menge Leute in Panik flüchten", berichtete eine Augenzeugin. "Keiner wusste was passierte. Sie dachten erst, es sei ein Witz".

"Wir saßen im Unterricht und hörten die Schüsse. Unser Lehrer ging hinaus, um nachzusehen. Er kam zurück und sagte, da schieße jemand, und wir müssten schnell aus dem Gebäude", berichtete eine Schülerin. Sie habe drei Verletzte mit Schusswunden gesehen. "Er sah wie ein Student aus und trug einen Trenchcoat", beschrieb ein Student den Täter.

Ruhige und friedliche Schule

Kanada Mann schießt in Schule um sich

Ein Opfer des Amokläufers vor dem Dawson College in Montreal

Das Dawson-College in der Innenstadt der kanadischen Metropole wird von rund 10.000 Studierenden besucht. Die meisten von ihnen sind 16 bis 19 Jahre alt. Das College sei gewöhnlich "sehr ruhig, ein friedlicher Ort, keine Probleme, keine Messer oder so etwas", sagte der Psychologie-Lehrer Gary Clemence in Fernsehinterviews. Montreals Bürgermeister Gerald Tremblay zeigte sich schockiert und sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. "Ich bin im Innersten getroffen und zutiefst traurig", sagte er CNN-Reportern.

Der kanadische Ministerpräsident Stephan Harper sprach von einem "feigen und sinnlosen Gewaltakt". Er sprach den Verletzten und ihren Angehörigen sowie allen Studenten und Angestellten des Colleges sein Mitgefühl aus. Der Montrealer Bürgermeister Gerald Tremblay sprach von einem sehr 'traurigen Ereignis'. Allerdings handle es sich dabei um einen Einzelfall.

Das bisher schwerste Schulmassaker in Montreal ereignete sich im Dezember 1989 an einer technischen Hochschule. Ein Todesschütze tötete 14 Studentinnen und verletzte weitere 13 bevor er sich selbst das Leben nahm. (stl)

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