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Sport

Zwei Tage, keine Medaille

Drei Weltrekorde, aber noch immer keine olympische Medaille für Deutschland: Weder Skeed-Schützin Wenzel noch Radsportlerin Teutenberg oder Säbelfechter Limbach holten Edelmetall.

Die deutschen Medaillenhoffnungen sind schnell geplatzt am zweiten Wettkampftag der Olympischen Spiele. Dabei sorgten andere Sportler für Höchstleistungen: Schwimmer Cameron van der Burgh aus Südafrika holte über 100 Meter Brust in 58,46 Sekunden den Weltrekord. Zuvor hatte schon die US-amerikanische Schwimmerin Dana Vollmer über 100 Meter Schmetterling nach 55,98 Sekunden angeschlagen und eine neue Weltbestmarke aufgestellt. Auch die Gewichtheberin Sulfija Tschinschanlo aus Kasachstan gewann im Olympischen Zweikampf aus Reißen und Stoßen mit 226 kg und stellte dabei mit 131 kg einen neuen Weltrekord auf. Deutschlands bester Gewichtheberin Julia Rohde reichten dabei zwei deutsche Rekorde nicht. Sie kam in der 53-Kilo-Klasse nur auf Platz elf. Die Olympia-Siebte von Peking schaffte 193 kg (85/108).

Weltrekordler Paul Biedermann steigert sich

Paul Biedermann of Germany competes in the Men's 400m Freestyle Heats during the Swimming competition held at the Aquatics Center during the London 2012 Olympic Games in London, Britain, 28 July 2012. Photo: Michael Kappeler dpa

Zweite Chance für Biedermann

Nach dem miserablen Olympiastart erwischten die deutschen Schwimmer einen besseren Tag. Die deutsche Freistil-Staffel holte über 4 x 100 Meter in 3:13,52 Minuten den guten sechsten Platz. Benjamin Starke, Markus Deibler, Christoph Fildebrandt und Marco Di Carli hatten mit dem deutschen Rekord im Vorlauf (3:13,51) das Finale erreicht. Den Olympiasieg sicherten sich in einem dramatischen Rennen die Franzosen (3:09,93) vor den USA (3:10,38) mit den Starschwimmern Michael Phelps und Ryan Lochte.

Außerdem schaffte es Rückenschwimmer Helge Meeuw bei seiner dritten und letzten Olympiateilnahme erstmals ins Finale über 100 Meter. Sein Rückenschwimm-Kollege Jan-Philip Glania schied genau wie Brustschwimmerin Sarah Poewe im Halbfinale über 100 Meter aus. Medaillenhoffnungen darf sich Paul Biedermann machen. Er erreichte einen Tag nach seinem überraschenden Vorlauf-Aus über 400 Meter Freistil über die halbe Distanz das olympische Finale. Der Europameister und WM-Dritte schlug auf seiner Paradestrecke 200 Meter Freistil nach 1:46,10 Minuten als Viertschnellster im Halbfinale an und ließ dabei sogar Weltmeister und Topfavorit Ryan Lochte aus den USA (1:46,31) hinter sich. Der zweite deutsche Starter Clemens Rapp schied als 24. aus.

Vos jubelt, Teutenberg enttäuscht

Netherlands' Marianne Vos reacts as she crosses the finish line to win the women's cycling road race final at the London 2012 Olympic Games July 29, 2012. REUTERS/Paul Hanna (BRITAIN - Tags: SPORT OLYMPICS SPORT CYCLING TPX IMAGES OF THE DAY)

Marianne Vos holte Gold

Die hoch gehandelten deutschen Radsportlerinnen um Zeitfahrweltmeisterin Judith Arndt und Sprintspezialistin Ina-Yoko Teutenberg gingen im olympischen Straßenrennen leer aus. Teutenberg gewann den Sprint des Feldes, doch dies bedeutete nur den undankbaren vierten Platz. Arndt wurde sogar nur 37.. Die Niederländerin Marianne Vos siegte nach 140 Kilometern souverän nach einem cleveren Rennen im Sprint einer dreiköpfigen Spitzengruppe. Silber ging an die Britin Elizabeth Armitstead, Bronze an Olga Zabelinskaya aus Russland. Ähnlich wie schon bei den Männern schien das deutsche Rad-Team ganz auf eine Sprintankunft zu setzen – und verpokerte sich. "Wir haben alles versucht, wieder heranzukommen, aber es hat einfach nicht mehr gereicht", meinte Teutenberg sichtlich bedient.

Auch Limbach geht leer aus

Lange Gesichter auch bei den deutschen Säbelfechtern: Weder Nicolas Limbach (siehe Artikelbild) noch Max Hartung schafften den Sprung in das Halbfinale und verpassten damit den Kampf um die Medaillen. Der Weltrangliste-Erste Limbach unterlag dem Russen Nikolaj Kowalew mit 12:15, Hartung verlor ebenfalls im Viertelfinale gegen 13:15 gegen Aron Szilagyi aus Ungarn. Hartung war überraschend ins Halbfinale eingezogen. Vor allem Limbach hatte sich nach vier gewonnenen Weltcup-Turnieren in diesem Jahr mehr Chancen ausgerechnet. "Die Enttäuschung ist groß. Ich wollte hier gewinnen, das ist klar", sagte Limbach.

Wenzel verfehlt einmal zu viel

Christine Wenzel beim Olympischen Schießen. (Foto: REUTERS/Eddie Keogh)

Wenzel schoss knapp daneben

Als Medaillenkandidatin war Christine Wenzel nach London gefahren und sie hatte es als erste Starterin des Deutschen Schützenbundes (DSB) in das olympische Finale geschafft. Doch am Ende schoss die dreimalige Weltmeisterin nicht mal mehr um Bronze mit: Nur ein einziger Punkt fehlte ihr zum Stechen. "Es ist halt Olympia. Ich habe trotz der Fehler immer nach vorn geschaut, ein Fisch schwimmt auch nicht rückwärts", sagte sie anschließend. Gold mit 99 Scheiben holte die US-Amerikanerin und Weltrekordlerin Kimberly Rhode, die in Peking Silber gewonnen hatte. Bronze im Stechen ging an die Chinesin Wie Ning (91). Wenzel kam auf 89 Scheiben und wurde Sechste. Die 31-Jährige hatte in Peking vor vier Jahren unter ihrem Mädchennamen Brinker Bronze im Skeet gewonnen.

Vielseitigkeitsreiter, Turner und Beachvolleyballer machen Hoffnung

Medaillenchancen haben dafür die deutschen Vielseitigkeitsreiter. Das Quintett um Weltmeister Michael Jung liegt nach der Dressur mit 119,10 Strafpunkten vor Australien (122,10) und Großbritannien (127,00) und damit auf Goldkurs. "Es ist eng", sagte Bundestrainer Hans Melzer. "Für die Mannschaft ist das ein Traumergebnis, vier von uns liegen ganz nah beieinander."

Die deutschen Beachvolleyballer Julius Brink und Jonas Reckermann sowie Sara Goller und Laura Ludwig starteten ebenfalls mit überzeugenden Siegen ins olympische Turnier. Sogar die Debütantinnen Katrin Holtwick und Ilka Semmler haben nach dem ersten Spieltag der Vorrunde beste Chancen auf das Erreichen der K.o.-Runde. Nur Jonathan Erdmann/Kay Matysik müssen um das Weiterkommen zittern.

Auf Edelmetall dürfen auch die deutschen Turner spekulieren. Unter anderem zeigte sich Fabian Hambüchen in Topform und kämpft um drei Medaillen (Mehrkampf, Reck und Team-Wettkampf). Die deutschen Kunstturnerinnen verpassten mit Platz neun den Sprung ins Teamfinale.

Brasilianische Fußballer souverän im Viertelfinale

Der brasilianische Jungstar Neymar hat seine Auswahl mit dem 100. Tor der Seleção bei Olympia ins Viertelfinale der Spiele von London geschossen. Mit 3:1 (1:1) siegte Brasilien gegen Weißrussland und darf damit weiter vom ersten Olympiagold träumen.

Auch die US-Basketballer sind ihrer Favoritenrolle gerecht geworden. Mit 98:71 (52:36) deklassierte das Team um die Superstars LeBron James und Kobe Bryant die französische Auswahl bei seinem ersten Olympiaauftritt. Das mit Stars aus der nordamerikanischen Profiliga NBA gespickte US-Team spielt in Großbritannien um seinen 14. Olympiasieg.

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