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Aktuell Amerika

Zwei Polizisten in New York erschossen

Die Fälle von mehreren getöteten Schwarzen durch Polizeigewalt haben in den USA zu landesweiten Protesten geführt. Jetzt wurden in New York zwei Polizisten aus dem Hinterhalt erschossen.

Im New Yorker Stadtteil Brooklyn hat ein 28-Jähriger zwei Polizisten in ihrem Streifenwagen erschossen. Der Täter sei plötzlich auf der Beifahrerseite an den Wagen herangetreten und habe ohne Vorwarnung durch das Fenster mehrfach auf die Beamten gefeuert, sagte Polizeichef William Bratton auf einer Pressekonferenz. Die Polizisten, Liu Wenjin und Raphael Ramos, hätten keine Chance gehabt, ihre Waffen zu ziehen. Der Todesschütze sei in eine nahegelegene U-Bahn-Station geflüchtet und habe sich dort selbst erschossen.

Nach Angaben Brattons hatte der Mann, den er als den 28-jährigen Ismaaiil Brinsley identifizierte, zuvor in Baltimore seine ehemalige Frendin angeschossen und verletzt. Über das Motiv machte der Polizeichef keine Aussage. Es gebe aber keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund. Letztmals war 2011 ein Polizist in New York in Ausübung seines Dienstes erschossen worden.

US-Justizminister Eric Holder verurteilte die Ermordung der beiden Polizisten auf das Schärfste. Es handele sich dabei um einen "unsäglichen Akt der Barbarei", teilte Holder am Samstagabend (Ortszeit) mit. Die Tat sei ein "feiger Angriff".

Mehrere tote Schwarze durch Polizeigewalt

Das Motiv der Tat war zunächst unklar. In den USA waren in den vergangenen Monaten mehrere unbewaffnete Schwarze durch Polizeigewalt ums Leben gekommen. Anfang Dezember hatte eine Grand Jury in New York entschieden, dass im Fall des mehrfachen Vaters Eric Garner keine Ermittlungen gegen die beteiligten Polizisten eingeleitet werden. Garner war bei einer Überprüfung im Würgegriff eines Polizisten gestorben. In einem Video von dem Vorfall ist zu hören, dass der schwer Asthma-kranke Schwarze sagte: "Ich kann nicht atmen". Dann verliert er das Bewusstsein. Im Krankenhaus wird sein Tod festgestellt.

Zuvor hatte die Entscheidung einer Grand Jury im Bundesstaat Missouri für Empörung gesorgt, die von einer Anklage gegen den weißen Polizisten Darren Wilson absah. Wilson hatte Anfang August bei einem Einsatz in Ferguson den 18-jährigen Michael Brown erschossen. Der Polizist handelte nach eigenen Angaben nach einem Handgemenge in Notwehr, allerdings war der Jugendliche unbewaffnet. Der Anklageverzicht führte zu landesweiten Protesten, in Ferguson gab es Ausschreitungen und Plünderungen.

Im November erschoss ein Polizist den unbewaffneten Akai Gurley in einem Treppenhaus in einem Mietshaus in Brooklyn. Dazu kommt der Tod eines zwölfjährigen schwarzen Jungen, der in Ohio von der Polizei erschossen wurde, weil er mit einer Spielzeugpistole herumlief. Die Vorfälle hatten die Diskussion über den alltäglichen Rassismus in den USA neu belebt.

gmf/det (afp, ap, dpa)