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Nahost

Zwei Pakistaner im Irak ermordet

Nach dem schweren Bombenanschlag in der Stadt Bakuba mit 68 Todesopfern haben unbekannte Entführer erneut zwei ausländische Geiseln getötet. Diesmal sind die Opfer Pakistaner.

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Ausgebrannter Bus nach dem Anschlag in Bakuba

Die pakistanische Botschaft in Bagdad hat die Ermordung der zwei Männer nach Agenturangaben inzwischen bestätigt. Eine militante Gruppe habe die beiden Pakistaner am Mittwochabend (28.7.2004) getötet, sagte der Geschäftsträger der diplomatischen Vertretung, Muhammad Iftikhar Anjum, am Donnerstag. Er verurteile die Ermordung im Namen des pakistanischen Volkes und der Regierung scharf, sagte Anjum.

Einfache Arbeiter

Der arabische Fernsehsender El Dschasira hatte berichtet, er habe von den Geiselnehmern ein Video erhalten, das die Leichen der beiden Männer zeige. Mit Rücksicht auf die Zuschauer sollten die Bilder jedoch nicht ausgestrahlt werden. Das pakistanische Außenministerium hatte den Tod der Männer zunächst nicht bestätigen können.

Eine Gruppe namens "Islamische Armee" hatte sich am Montag zur Entführung der beiden Pakistaner und eines Irakers bekannt. Der Sprecher des pakistanischen Außenministeriums sprach in einem Interview mit dem US-Sender CNN von einem "schrecklichen Verbrechen", das nichts mit Politik zu tun habe. Bei den Entführten habe es sich um einfache Arbeiter gehandelt. Der Iraker soll inzwischen freigelassen worden sein. Extremisten-Gruppen haben wiederholt Ausländer im Irak verschleppt, um den Abzug ausländischer Unternehmen und Truppen aus dem Land zu erpressen. Mehrere Ausländer wurden von den Geiselnehmern ermordet.

Attentat vor Polizeiwache

Unterdessen bezeichnete die US-Regierung den Selbstmordanschlag von Bakuba am Mittwoch als "schreckliche Tragödie": "Wir verurteilen die Attacke in schärfster Form", sagte ein Sprecher des Weißen Hauses. Bei dem folgenschwersten Anschlag seit der Machtübergabe im Irak Ende Juni 2004 wurden mindestens 68 Menschen getötet und 56 verletzt. Dies bestätigte ein Sprecher des irakischen Gesundheitsministeriums.

Der Attentäter hatte sein Fahrzeug vor einer Polizeiwache an einer belebten Straße in die Luft gesprengt. Vor dem Gebäude hatten rund 250 Arbeitssuchende gewartet, um sich für die Polizei rekrutieren zu lassen.

Gefährliches Gebiet

Blutvergießen gibt es täglich im Irak: Bei Kämpfen in Suwaira, südöstlich von Bagdad, kamen am Mittwoch sieben irakische Soldaten und schätzungsweise 35 Aufständische ums Leben. Zwei Iraker starben bei einer Granatenexplosion im Zentrum Bagdads. Ein US-Soldat wurde durch die Explosion eines Sprengsatzes im Nordwesten der Hauptstadt getötet, wie das US-Militärkommando mitteilte. Zwei weitere US-Soldaten seien bei Kampfeinsätzen in der westlichen Provinz Anbar ums Leben gekommen. (kap)