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Musik

Zwei neue Mozart-Klavierstücke entdeckt

Zwei neu entdeckte Klavierstücke von Wolfgang Amadeus Mozart sind am Sonntag in Salzburg der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Das Rätsel aus "Nannerls Notenbuch" ist somit gelöst. Experten sprechen von "Nervenkitzel".

Mozarteum-Experte Ulrich Leisinger präsentiert den spektakulären Fund (Foto: dpa)

Spektakulärer Fund: Mozarts erstes Orchesterwerk

Mehr als zwei Jahrhunderte nach seinem Tod sind zwei Klavierstücke des jungen Wolfgang Amadeus Mozart wieder uraufgeführt worden. Es handelt sich um einen vierminütigen Konzertsatz und ein einminütiges Präludium. Beide Stücke waren zwar bekannt, galten bisher aber als anonyme Kompositionen. Musikwissenschaftler schrieben die Stücke erst jetzt "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" Wolfgang Amadeus Mozart zu. Es handele sich um die erste große Komposition Mozarts, erklärte ein Experte der Internationalen Stiftung Mozarteum.

Der Pianist Florian Birsak führte sie am Sonntag (02.08.2009) im ehemaligen Salzburger Wohnhaus des Komponisten erstmals nach der Neubestimmung öffentlich auf. Eine Tonaufnahme kann auf der Internetseite des Mozarteums heruntergeladen werden. Der Musikhistoriker Michael Griffel bezeichnete die Neubestimmung als "sehr aufregend" und als "Nervenkitzel für Intellektuelle". Jedes neu gefundene Mozart-Stück ergänze das Bild des Komponisten.

Mozarts Vater Leopold als Komponist ausgeschlossen

Ein Portrait in Öl von Wolfgang Amadeus Mozart (Foto: dpa)

Wolfgang Amadeus Mozart

Die Stiftung teilte mit, aufgrund von Analysen stehe nun fest, dass die beiden Stücke in G-Dur 1763 oder 1764 von Mozarts Vater Leopold aufgezeichnet wurden, als sein Sohn sieben bis acht Jahre alt war und sie am Klavier herunterspielte. Der kleine Mozart habe seine Kompositionen noch nicht selbst festgehalten, weil er die Notenschrift noch nicht beherrschte. Beide Stücke stehen den Angaben zufolge am Ende des so genannten Nannerl-Notenbuchs, das Leopold Mozart für seine Tochter Maria Anna, genannt Nannerl, anlegte und das auch als Übungsbuch für den Klavierunterricht von Wolfgang Amadeus Mozart diente.

Leopold Mozart sei als Komponist beider Stücke ausgeschlossen worden, weil die Stücke kompositorische Mängel aufwiesen, die einem versierten Profi wie Mozarts Vater nie unterlaufen wären, sagte der wissenschaftliche Leiter des Mozarteums, Ulrich Leisinger. Es sei jedoch aufgefallen, dass es sich um technisch außerordentlich anspruchsvolle Stücke handele, für die sich im damaligen Salzburger Musikschaffen keine Paralle findet.

Mozart wollte Virtuosität unter Beweis stellen

Ausstellungsstücke in Mozarts Geburtshaus in Salzburg (Foto: dpa)

Ausstellungsstücke in Mozarts Geburtshaus in Salzburg

Der Pianist und Komponist Robert D. Levin ist der Ansicht, dass der junge Mozart mit den beiden Kompositionen seine Virtuosität am Klavier unter Beweis stellen wollte. "Was er dem Spieler durch rasante Passagen, das Überkreuzen der Hände und wilde Sprünge zumutet, ist schon ein bisschen verrückt." Aufgrund von Bleistift-Eintragungen im Notenbuch glauben die Mozart-Experten, dass der Konzertsatz seinerzeit uraufgeführt wurde.

Erhalten geblieben sind nur die Soloabschnitte für Cembalo. Levin arbeitete im Auftrag von Mozarteum eine Orchesterfassung aus, indem er die virtuosen Passagen des Solocembalos auf einfachere Formen reduziert hat.

Der 1756 geborene Wolfgang Amadeus Mozart begann bereits im Alter von fünf Jahren zu komponieren. Er schuf mehr als 600 Werke, darunter einige der berühmtesten Konzerte, Symphonien und Opern seiner Zeit, wie "Die Zauberflöte" oder "Die Hochzeit des Figaro". Mozart starb 1791 mit nur 35 Jahren. (kis/rri/dpa/ap/afp)

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