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Sport

Zwei Monate bis zur WM - das Formbarometer

Die Leichtathletik-WM in Berlin rückt näher. Einige Deutsche sind schon in Top-Form, für andere ist der große Medaillen-Traum bereits geplatzt.

Kugelstoßer Ralf Bartels hält die Kugel unter seinen Hals und holt Schwung für seinen Stoß (Foto: AP)

Für ihn läuft's gut: Kugelstoßer Ralf Bartels

So langsam laufen sich die deutschen Leichtathleten für das große Highlight des Jahres warm - die Weltmeisterschaft in Berlin (15. bis 23.08.2009). Das Tempo ist allerdings unterschiedlich. Während einige Athleten schon ihre Top-Form gefunden haben, sind andere noch auf der Suche. Alles in allem steigt das Formbarometer aber an. Auf die enttäuschenden Olympischen

Weitspringer Sebastian Bayer im Sprung (Foto: AP)

Zieeeehhhh: Weitspringer Sebastian Bayer ist in Berlin alles zuzutrauen

Spiele in Peking im Sommer 2008 folgte im Frühjahr dieses Jahres eine durchaus erfolgreiche Hallen-Europameisterschaft in Turin. Deutsche Leichtathleten holten zehn Medaillen und errangen in 33 Einzeldisziplinen neun Finalränge, also Platzierungen zwischen Rang vier und acht.

Für das Ausrufezeichen in Turin sorgte der neue Wunderspringer Sebastian Bayer, dem mit 8,71 Metern ein fulminanter Europarekord gelang. Bei seinem ersten Meeting nach dem Paukenschlag von Turin war allerdings noch etwas Sand im Getriebe. In Bad Langensalza kam der Hallen-Europameister Anfang Juni "nur" auf 8,02 Meter, war aber nicht unzufrieden: "Ich habe hier Wettkampfhärte gezeigt und komme sicher in Form. Erkrankungen hatten mich aber zuvor richtig ausgeknockt", sagte der 22-Jährige.

Bartels Militär-Weltmeister

Richtig gut drauf ist ohne Frage Kugelstoßer Ralf Bartels. Er ist gerade in Sofia mit 20,33 Metern Militär-Weltmeister geworden. Damit hat Bartels bereits zum zweiten Mal die doppelt geforderte WM-Norm für Berlin (20,30 Meter) geknackt.

In Top-Form präsentierten sich zuletzt auch die deutschen Sprinter. Beim Meeting in Regensburg Anfang Juni glänzten sie mit drei Normerfüllungen für die WM. Hervorragende 38,43 Sekunden schaffte die Sprintstaffel der Männer (Norm 38,80), nachdem sich Schlussläufer Stefan Schwab bereits im Vorlauf auf 10,19 Sekunden (10,21) gesteigert hatte. Gute 43,34 Sekunden sprintete auch die Frauenstaffel über 4x100 Meter.

Auffällig stark war in Regensburg auch Stabhochspringerin Kristina Gadschiew, die mit 4,55 Metern als dritte Deutsche nach Hallen-Vize-Europameisterin Silke Spiegelburg und Anna Battke die Norm geschafft und dabei ihre persönliche Bestleistung um drei Zentimeter überboten hat.

Obergföll und Friedrich unterstreichen "Goldpläne"

Hochspringerin Ariane Friedrich im Sprung (Foto: AP)

Bereits in Top-Form: Hochspringerin Ariane Friedrich

Zur größten deutschen Medaillen-Hoffnung avancierte Hochspringerin Ariane Friedrich. Die Hallen-Europameisterin verbesserte beim ISTAF im Berliner Olympiastadion mit 2,06 Meter den 18 Jahre alten deutschen Rekord, den Heike Henkel beim WM-Sieg in Tokio mit 2,05 Meter aufgestellt hatte. "Das ist auch ein Signal an die Konkurrenz, dass sie mit mir zu rechnen hat," sagte Friedrich. Nur knapp verfehlte die 25-Jährige dann noch den Weltrekord von 2,09 Meter.

Für ein Glanzlicht sorgte die Speerwurf-Olympiadritte Christina Obergföll beim Leichtathletik-Sportfest im hessischen Baunatal. Obergföll warf den Speer auf 67,48 Meter und ließ Europameisterin Steffi Nerius (64,0) keine Chance. "Jeder Wurf über 65 Meter ist gut fürs Selbstbewusstsein", freute sich Obergföll, die wie Friedrich in Berlin den Titel anpeilt.

Alles andere als rund läuft es derzeit bei Franka Dietzsch. Die Diskus-Weltmeisterin sagte zuletzt ihre Starts in Warschau und Prag kurzfristig ab. Ihr Trainer Dieter Kollark sagte, sie habe keine Form und schlechte Laborwerte. Die 41-Jährige hatte wegen gesundheitlicher Probleme bereits bei Olympia 2008 in Peking gefehlt.

Zehnkämpfer Andre Niklaus hält sich die Augen zu (Foto: AP)

Das war's: Zehnkämpfer Andre Niklaus verpasst die WM

Während Dietzsch zumindest noch auf die WM in Berlin hoffen darf, ist der Traum für André Niklaus geplatzt. Der Zehnkämpfer musste die Teilnahme an der Heim-WM in Berlin wegen einer Fußverletzung absagen. Die bitterste Entscheidung seiner Karriere, wie er sagt: "Es ist für mich ein Traum zerplatzt, in meinem Land, in meiner Stadt eine Medaille zu gewinnen." Und es gibt noch mehr schlechte Nachrichten für den Deutschen Leichtathletik-Verband. Auch für Zehnkämpfer Arthur Abele ist die Saison wegen einer Schambein-Verletzung bereits beendet.

Autor: Benjamin Wüst
Redaktion: Arnulf Boettcher

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