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Welt

„Zwei Jahre Schule sind nicht genug..." - Bildung in Togo

„Wir müssen den Wert der Frau in unserer Gesellschaft wieder mehr betonen.“ Mit diesem Bekenntnis hat sich die Regierung in Togo die Frauenförderung zum Ziel gemacht

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Nur die Hälfte aller Mädchen geht in Togo in die Schule - wer von diesen beiden wird es schaffen ?

Bislang gleicht die Aussage eher einem Lippenbekenntnis. Denn bei allen Fortschritten im Bildungssystem bleiben besonders die Mädchen noch immer benachteiligt. Von ihnen geht fast die Hälfte nicht zur Schule, bis zum Abitur schaffen es nur fünf Prozent der Schülerinnen. 60 Prozent der Frauen in dem westafrikanischen Land können weder lesen noch schreiben.

Die niedrigen Einschulungs- und hohen Abbrecherquoten haben soziale und kulturelle Gründe: In dem vorwiegend landwirtschaftlich geprägten Land werden die Kinder als Erntehilfen gebraucht. Und in der stark patriarchalischen Gesellschaft sehen viele keinen Sinn darin, ausgerechnet ein Mädchen in die Schule zu schicken: "Für die meisten Familien ist es Verschwendung und eine reine Vergeudung von Zeit, denn alle Mädchen finden früher oder später einen Mann, von dem sie schwanger werden", fasst Gesundheitsministerin Suzanne Aho das Problem zusammen. Kein Wunder also, dass nur wenige Familien sich die immer weiter steigenden Schulgebühren ausgerechnet für ihre Töchter leisten wollen.

Schlimmer noch: Immer mehr Mädchen aus armen Familien werden als Arbeitskräfte verkauft. Die Unglücklichen müssen in Togo oder im umliegenden Ausland arbeiten – in Fabriken, als Putzhilfen und Köchinnen. Sexueller Missbrauch ist an der Tagesordnung. Moderne Sklaverei – so nennt es Dédé, selbst eine Betroffene: "Die Kinder werden wie Tauschobjekte betrachtet, wie eine Ware."

Die mangelnde Bildung verstärkt die Rechtlosigkeit der jungen Frauen. Viele Organisationen versuchen nun, den Mädchen Togos die Hoffnung auf ein besseres Leben zu geben. Langsam beginnt auch die Regierung in Lomé, sich des Problems anzunehmen. Familien werden mit Darlehen unterstützt, das Schulgeld für Mädchen gesenkt. Nur eines fehlt den Mädchen noch, wenn sie eine Chance haben wollen, der Armut zu entkommen: ein Umdenken auch auf den Dörfern.

Die Sendung wurde von der Deutschen Welle in Zusammenarbeit mit dem staatlichen Sender Radio Lomé und Radio Horizon produziert. Die Autorinnen sind Mireille Dronne, Désiré Komou, Nathalie Bamana. Sie sind durch Togo gereist und haben mit Kindern, deren Eltern und Regierungsvertretern gesprochen. Die Sendung liegt in deutscher und französischer Sprache vor.

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