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Aktuell Europa

Zwei Festnahmen nach Anhebung von Alarmstufe in Genf

Einen Tag nach dem Terror-Großalarm in Genf sind dort zwei syrische Staatsangehörige festgenommen worden. Ermittler fanden offenbar Spuren von Sprengstoff im Wagen der Verdächtigen.

Sicherheitskräfte kontrollieren am Genfer Flughafen einen Lieferwagen (Foto: AFP)

Sicherheitskräfte kontrollieren am Genfer Flughafen einen Lieferwagen

Während der Fahndung nach vier mutmaßlichen Islamisten mit Verbindungen zur Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) sind in Genf zwei Syrer festgenommen worden. In ihrem Auto seien Sprengstoffspuren gefunden worden, berichtete der öffentlich-rechtliche Schweizer Fernsehsender SRF. Die Polizei wollte sich nicht dazu äußern, ob die beiden Festnahmen mit der Fahndung zusammenhängen.

Der Sender SRF berichtete weiter, auf einer Straße, die an die Grenze zu Frankreich führe, sei ein Polizeieinsatz im Gange. Die Genfer Polizei hatte am Donnerstag die Alarmstufe auf drei von fünf erhöht und ließ diese am Freitag unverändert. Am Mittwochabend war der UN-Sitz in Genf geräumt und durchsucht worden. Die Schweizer Bundesanwaltschaft erklärte, sie habe ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, "um ein terroristisches Ereignis zu verhindern".

"Konkrete" Bedrohung

In Genf und in der gesamten Region wurden zusätzliche Polizisten mobilisiert. Potenziell gefährdete Gebäude wurden stärker als sonst bewacht. Vor allem am Flughafen und an den Gebäuden der vielen internationalen Organisationen in Genf waren zusätzliche Kräfte im Einsatz. Auch für Synagogen und Bahnhöfe wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Ein UN-Sprecher sagte, es gebe "keine spezielle Terrordrohung gegen die Vereinten Nationen".

Vor dem Sitz der UN wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt (Foto: Reuters)

Vor dem Sitz der UN wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt

Die Genfer Sicherheitsbehörden sprachen von einer "konkreten" Bedrohung. Die Polizei fahnde nach mutmaßlichen Dschihadisten. Ein Wachmann der UN hatte gesagt, gesucht würden vier Männer mit Verbindungen zum IS. Schweizer Medien veröffentlichten ein Foto der vier Verdächtigen, das der schweizerischen Polizei von den US-Behörden übermittelt worden sein soll. Darauf sind vier anscheinend junge Männer mit dunklen Bärten zu sehen. Sie heben wie bei IS-Kämpfern üblich den Zeigefinger.

Hinweise aus dem Ausland

Die Zeitung "La Tribune de Genève" berichtete, der Hinweis auf die Gefährdung stamme ursprünglich aus den USA. Darin seien neben Genf auch die US-Metropole Chicago und die kanadische Stadt Toronto als derzeit besonders gefährdet eingestuft worden.

Die Schweizer Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, die zugleich Innenministerin ist, sagte nach Angaben der Schweizerischen Depeschenagentur (sda), die Warnung vor einer terroristischen Bedrohung in Genf stamme von einem ausländischen Geheimdienst. Es gebe keinen Hinweis, dass die Schweiz derzeit ein direktes Ziel des IS sei.

Am Sonntag soll in Genf der historische Umzug Escalade stattfinden, zu dem alljährlich tausende Menschen zusammenströmen. Bislang wurde trotz der erhöhten Terror-Warnstufe keine Veranstaltung in Genf abgesagt.

stu/wl (afp, dpa, rtr)

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