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Tunesien

Zwei Extremisten bei Hauserstürmung in Tunesien getötet

Auf der Suche nach Terroristen sind tunesische Spezialkräfte in ein Haus in Sidi Bouzid eingedrungen. Es kam zu Gefechten mit mutmaßlichen Islamisten. Zwei von ihnen wurden getötet, drei weitere festgenommen.

Bei einem Einsatz tunesischer Sicherheitskräfte gegen mutmaßliche Verbündete des Terrornetzwerks Al Kaida sind in der zentraltunesischen Stadt Sidi Bouzid zwei mutmaßliche Islamisten getötet worden. Einer der beiden sprengte sich in die Luft, nachdem er von einer Kugel getroffen wurde, der andere wurde erschossen, wie der Sprecher der Nationalgarde, Khalifa Chibani, der Nachrichtenagentur AFP sagte. Beide seien "gefährliche Terroristen" gewesen. Der eine sei ein Kommandeur einer Gruppe gewesen, die mit Al-Kaida im islamischen Maghreb (Aqmi) verbündet sei.

Die Sicherheitskräfte stürmten ein Haus, das zuvor wochenlang beobachtet worden war. Wie ein AFP-Korrespondent in Sidi Bouzid berichtete, umstellten Sicherheitskräfte ein Haus im Viertel Ouled Chebli, dann waren Schüsse zu hören.

Anschläge im Ramadan?

Nach Angaben der Nationalgarde hatten Ermittler herausgefunden, dass die mit Aqmi verbündete Gruppe Brigade Okba Ibn Nafaa Kontakt zu Menschen in Sidi Bouzid hatte, das rund 200 Kilometer südwestlich der Hauptstad Tunis liegt. Die Gruppe habe "terroristische Operationen" während des islamischen Fastenmonats Ramadan geplant, der in diesem Jahr Ende Mai beginnt. Sicherheitskräfte suchen nach weiteren Verdächtigen. Die Brigade Okba Ibn Nafaa hat ihre Stützpunkte nach Angaben der Sicherheitskräfte vor allem in den abgelegenen Bergen von Chaambi an der Grenze zu Algerien.

Der tunesische Regierungschef Youssef Chahed sagte, nach den beiden getöteten Männern sei gesucht worden. Er lobte die Sicherheitskräfte für ihren "Mut". Der Kampf gegen den Terrorismus habe in Tunesien "Priorität". 

Viele Tunesier beim IS

Das nordafrikanische Land erlebte seit seiner Revolution Anfang des Jahres 2011 zahlreiche islamistisch motivierte Gewalttaten, bei denen dutzende Sicherheitskräfte und rund 60 ausländische Touristen getötet wurden. Seit einem Selbstmordanschlag der Dschihadistengrupe "Islamischer Staat", bei dem im November 2015 in Tunis zwölf Mitglieder der Präsidentenwache getötet wurden, gilt im Land der Ausnahmezustand. Tunesier stellen eines der größten Kontingente an ausländischen Kämpfern des IS. Bisher sollen mehr als 3000 Tunesier ausgereist sein, um im Irak, in Syrien und in Libyen für den IS und andere militante Gruppen zu kämpfen. 

Video ansehen 02:22

Chahed: Demokratie in Tunesien festigen

Sidi Bouzid gilt als Wiege des Aufstandes in der Arabischen Welt, des sogenannten Arabischen Frühlings. In der Kleinstadt hatte sich der Gemüsehändler Mohammed Bouazizi Ende 2010 aus Verzweiflung über Behördenwillkür selbst verbrannt. Der Fall löste in Tunesien eine Protestwelle aus, die mit dem Sturz des Langzeitherrschers Zine el Abidine Ben Ali endete. Der langjährige Herrscher verließ am 14. Januar 2011 nach mehrwöchigen Protesten das Land und machte so den Weg frei für einen politischen Wandel in dem nordafrikanischen Land. Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten, die von Aufständen erfasst wurden, verlief die politische Entwicklung in dem Land seitdem relativ stabil. Viele Menschen leiden jedoch unter der schlechten Wirtschaftslage und einer hohen Jugendarbeitslosigkeit. Bewaffnete Dschihadisten konnten sich seit der Revolution verstärkt ausbreiten.

kle/se (afp, dpa, rtre)

 

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