1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Deutschland

Zwei Bonner Museen feiern Jubiläum

Doppel-Geburtstag in Bonn: An diesem Sonntag werden die Bundeskunsthalle und das Kunstmuseum 20 Jahre alt. Die Kunsthalle feiert den Geburtstag mit einem Festakt, das Kunstmuseum zeigt seine Sammlungen in neuem Gewand.

Blick vom Kunstmuseum Bonn auf den Eingangsbereich der Bundeskunsthalle (Archivfoto: dpa)

Bundeskunsthalle in Bonn

Zum 20-jährigen Bestehen hat die Bundeskunsthalle in Bonn – offiziell Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland genannt - eine Erfolgsbilanz gezogen. Nach schwierigen Phasen mit finanziellen Problemen und einem zwischenzeitlichen Besucherrückgang gehöre sie heute weltweit zu den Top-Fünf der reinen Ausstellungshäuser, sagt Intendant Robert Fleck. Inzwischen könne man sich mit der Royal Academy in London und dem National Art Centre in Tokio messen. An diesem Sonntag wird das Jubiläum mit einem Festakt gefeiert.

Die nach dem Entwurf des Wiener Architekten Gustav Peichl erbaute Bundeskunsthalle, die am 17. Juni 1992 ihre Türen öffnete, zeigt kulturhistorische und Kunstausstellungen. Sie verfügt aber über keine eigene Sammlung.  Das Bundeskabinett hatte den Bau der Bundeskunsthalle 1984 beschlossen, um ein Forum für Kunst und Kultur der Bundesrepublik zu schaffen. Als Jubiläumsausstellung präsentiert das Haus ab Mittwoch Arbeiten des Künstlers Anselm Kiefer.

Bisher 180 Ausstellungen

Insgesamt zeigte die Halle bisher rund 180 Ausstellungen, die rund 16,5 Millionen Besucher anzogen. Zu den größten Erfolgen zählte die Tutanchamun- Ausstellung 2004/2005, die 800.000 Menschen besuchten, um die Grabbeigaben des ägyptischen Pharaos zu sehen. Ein Publikumsmagnet war auch die Werkschau des Malers Max Liebermann im vergangenen Jahr, die 340.000 Besucher anzog. Für Aufsehen sorgte die Bundeskunsthalle auch immer wieder mit großen Werkschauen bekannter Gegenwartskünstler wie Markus Lüpertz oder Sigmar Polke.

Auf der Bundeskunsthalle wurde zur Liebermann-Ausstellung dessen Berliner Garten am Wannsee nachempfunden.

Auf der Bundeskunsthalle wurde zur Liebermann-Ausstellung dessen Berliner Wannsee-Garten nachempfunden.

Trotz erfolgreicher Ausstellungen geriet das Haus 2007 in finanzielle Schwierigkeiten und fuhr schließlich ein Defizit von 2,5 Millionen Euro ein. Der Fehlbetrag sei in den vergangenen Jahren beseitigt und Rücklagen gebildet worden, sagte Fleck. Seit 2009 sei das Haus schuldenfrei. 2010 war die Besucherzahl auf 350.000 zurückgegangen. Ein Jahr danach habe das Haus wieder 700.000 Besucher angezogen.

Zweites Schmuckstück an der Museumsmeile

Auch das benachbarte Bonner Kunstmuseum feiert an diesem Sonntag das 20-jährige Bestehen seines Neubaus und präsentiert dazu seine umfangreiche Sammlung in neuem Kontext. Der Neubau nach den Entwürfen von Axel Schultes gelte als das größte Tageslichtmuseum Deutschlands und habe dem Haus seinerzeit völlig neue Möglichkeiten eröffnet, sagte Museumsleiter Stephan Berg. Mit der Neukonzeption wolle sich das Museum als Speicher von Bildern und ästhetischen Verfahren präsentieren und einen Überblick über die Sammeltätigkeit der vergangenen Jahrzehnte geben.

Unter dem Titel "Wasserstandsmeldung" holte das Museum Bilder aus seinen Depots, die schon lange nicht mehr zu sehen waren. Die neu geordnete Ausstellung widmet einzelnen Künstlern eigene Schwerpunkte. So erhalten Joseph Beuys, Neo Rauch oder Georg Baselitz eigene Räume, die ihre künstlerische Entwicklung darstellen. Mit der Neuinszenierung werden mehr als 20 Räume des Hauses bespielt.

Reinhard Muchas namensgebende Installation "Wasserstandsmeldung" ist im selben Raum zu betrachten, in der sie auch schon bei der Erstpräsentierung 1992 untergebracht war. Die in Vitrinen verwandelten alten Türblätter verwiesen auf das Thema Zeit und Vergänglichkeit und bildeten somit die Brücke zum Thema der Rückschau auf die vergangenen 20 Jahre, sagte Berg.

Als Neuerwerbungen präsentiert das Museum unter anderem Werke des Düsseldorfer Fotokünstlers Andreas Gefeller und des Malers Thomas Scheibitz. Die Kuratoren zeigten sich besonders stolz auf ein neues Werk von Franz Ackermann, der einen Raum im Zentrum der Ausstellung komplett neu gestaltete. Er integriert Bildelemente in malerisch gestaltete Wände.

kle/sti (dpa, dapd, epd)