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Sport

Zwanziger: Stiftung Warentest schadet Deutschland

Dr. Theo Zwanziger, Vizepräsident des Organisationskomitees (OK) der Fußball-Weltmeisterschaft, über die Stiftung Warentest, Raseninanspruchnahme und den Imageschaden im Ausland.

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Theo Zwanziger setzt auf Begeisterung wie beim Confed Cup

DW-WORLD: Halten Sie den öffentlich ausgetragenen Streit um die jetzt vom OK geforderte Entschuldigung der Stiftung Warentest in der Form für sinnvoll?

Dr. Theo Zwanziger: Ja, aber dringend. Wenn ich Unsinn verbreite, dann muss ich davon auch mal ein Stück zurückgehen. Ich kann doch nicht die Roten Karten zeigen für Stadien, die zu den Besten der Welt gehören. Was heißt eine Rote Karte? Rote Karte heißt Ausschluss aus dem Wettbewerb. Man hat sich hier auf eine Weise plakativ in Szene gesetzt, die dem deutschen WM-Bemühen, auch unserem Land und unserem Staat geschadet hat.

Glauben Sie, dass die Stiftung Warentest jetzt zurückrudert?

Das weiß ich nicht. Das ist mir auch egal. Aber wir werden es fordern müssen. Gegen Information, gegen Hilfen und gegen Beratung wehren wir uns ja gar nicht.

In der Presse ist jetzt von "Weinerlichkeit" und "Waschweiberei" die Rede. Ist der Streit gut für das Image Deutschlands im WM-Jahr?

Das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern Panoramaformat

Rote Karte von Testern: Das modernisierte Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern

Das hat mit Weinerlichkeit überhaupt nichts zu tun. Wir haben auch eine Schutzfunktion gegenüber den Stadionbetreibern. Die haben mit erheblichem Aufwand und hohen Steuergeldern, wie in Kaiserslautern, ein tolles Stadion gebaut. Und da lassen wir uns von niemandem sagen, das ist jetzt eine Rote Karte wert.

Zum Thema Heller und der geplatzten FIFA-Gala in Berlin: Lag es jetzt wirklich am Rasen?

Sie dürfen nicht unterschätzen, dass ein WM-Rasen bei einem solchen Turnier ein bisschen was anderes ist, als ein Bolzplatz irgendwo in der Nähe eines Vereins. Das ist was ganz Anderes. Nicht nur von der Benutzung, sondern auch von der Fernsehübertragung und vielen anderen Dingen ist das eine ganz besondere Einheit. Es ist im Grunde das, wo die WM stattfindet.

Jetzt sagt der niederländische Rasenverleger, dass er den Rasen in 17 Stunden ohne Probleme austauschen könnte.

WM-Gala in Berlin soll ausfallen

Absage der WM-Gala in Berlin - lag es am Rasen?

Das wissen wir ja auch aus früherer Zeit. Das sagen die Verleger und Hersteller immer. Aber wir müssen ja jetzt die Garantie dafür abgeben, dass auch möglicherweise unter extrem ungünstigen Witterungsverhältnissen so was gelingen kann. Sie wissen ja nicht, was wir für ein Wetter haben zu diesem Zeitpunkt.

Aber eine abgespeckte Variante der Heller-Show soll ja jetzt auch in München stattfinden. Und da sollen die Spieler ja schon eine Stunde später auf dem Rasen stehen.

Die beiden Veranstaltungen haben überhaupt nichts miteinander zu tun. Überhaupt nichts.

Das heißt, der Rasen wird in München gar nicht betreten?

Er wird abgedeckt werden. Es wird in München keine Raseninanspruchnahme geben, wie das bei der Gala in Berlin geplant war.

Es ist jetzt bereits ein gehöriger Imageschaden entstanden durch die Vorkommnisse mit der Stiftung Warentest und der Absage der Berlin-Gala. Wie empfinden Sie die Stimmung im Land?

Theo Zwanziger

Ärgert sich über die Stiftung Warentest: Theo Zwanziger

Man kann einen Imageschaden auch herbeireden. Und deshalb glaube ich, dass in Deutschland der Imageschaden nicht da ist. Sobald das erste Spiel angepfiffen wird, werden sie die gleiche Begeisterung in noch größerer Form erleben, als wir das schon beim Confed Cup erlebt haben.

Und im Ausland?

Im Ausland, und deswegen ärgere ich mich in der Tat über das, was die Stiftung Warentest hier angerichtet hat, ist die Sicherheit unserer Stadien in unverantwortlicher Weise in Misskredit geraten. In England, Österreich, der Schweiz, in Holland reibt man sich die Hände und beruft sich auf die Stiftung Warentest. Aber das muss die Stiftung Warentest mit denen ausmachen.

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