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Fußball

Zwanziger bleibt DFB-Präsident

Theo Zwanziger bleibt bis 2013 Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. Auf dem DFB-Bundestag wurde er einstimmig in seinem Amt bestätigt. Zwanziger warb in Essen vor allem für einen werteorientierten Fußball.

DFB-Präsident Theo Zwanziger spricht in Essen in der Philharmonie beim 40. Bundestag des Deutschen Fussball-Bundes. (Foto: dapd)

DFB-Präsident Theo Zwanziger (l.), spricht in Essen beim 40. Bundestag des Deutschen Fussball-Bundes zu den Delegierten (Foto: dapd)

Einstimmige Wiederwahl

Theo Zwanziger ist erneut zum Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes gewählt worden. Der 65-Jährige erhielt beim DFB-Bundestag in Essen alle Stimmen der 255 Delegierten. Zwanziger war einziger Kandidat Er geht in seine dritte Amtszeit. Von 2004 bis 2006 hatte er gemeinsam mit Gerhard Mayer-Vorfelder den DFB angeführt, seitdem stand er allein an der Spitze des mit 6,7 Millionen Mitgliedern größten Sportfachverbandes der Welt. "Ich werde versuchen, mein Bestes zu geben in den kommenden drei Jahren", sagte Zwanziger nach seiner Wiederwahl.

Zwanziger war im DFB lange unumstritten und respektiert. Bei der Trauerfeier für Nationaltorwart Robert Enke vor gut einem Jahr profilierte er sich mit einer bundesweit beachteten Rede. Zuletzt musste er sich aber teils bittere Kritik anhören. Vor allem bei der Krisenbewältigung in der Schiedsrichter-Affäre Manfred Amerell/Michael Kempter und bei der zunächst geplatzten Vertragsverlängerung von Bundestrainer Joachim Löw geriet Zwanziger unter Druck. Von autoritärer Amtsführung, Missbrauch der Macht und kommunikativer Krise war zu lesen. Im vergangenen Sommer hatte der DFB-Chef noch eine "gewisse Amtsmüdigkeit" beklagt. Die Weiterarbeit mit Löw und Manager Oliver Bierhoff hat letztendlich wohl den Ausschlag gegeben, sich noch einmal zur Wahl zu stellen.

Werben für Integration und Chancengleichheit

Bundestrainer Joachim Löw (l) und DFB-Präsident Theo Zwanziger geben sich die Hände, nachdem Löws Vertrag in Frankfurt am 20. Juli 2010 verlängert wurde. (Foto: AP)

Das DFB-Erfolgsduo

Den DFB sieht Zwanziger bestens aufgestellt. "Wenn man sich anschaut, was wir seit 2004 beim DFB getan haben, stellt man fest, dass wir den Fußball sicher nicht neu erfinden müssen. Wir stehen mit unseren Nationalmannschaften glänzend da." Die Nachwuchsförderung, die sein Vorgänger Mayer-Vorfelder nach dem schlechten EM-Abschneiden im Jahr 2000 neu strukturiert hat, funktioniere", erklärt Zwanziger. "Ich werde in den kommenden Jahren alles dransetzen, dass wir in diesen Bereichen das hohe Niveau halten." Zwanziger will vor allem das gesellschaftliche Engagement des DFB weiter vorantreiben. "Ich will einige Dinge unumkehrbar machen: Unser Bemühen gegen Diskriminierung, unseren Einsatz für Integration, aber auch das Thema Umweltschutz im Fußball darf nicht nur bei Weltmeisterschaften im eigenen Land in das Bewusstsein der Menschen gelangen." Dazu gehöre auch der Kampf gegen Gewalt in und um die Stadien.

Im nächsten Jahr steht für Zwanziger vor allem die Frauen-WM in Deutschland im Blickpunkt. Der Förderer und Liebhaber des Frauenfußballs bestreitet jedoch, dass er deshalb weitermacht. "Ich denke, dass die Frauen mir auch noch eine Karte für die WM gegeben hätten, wenn ich nicht mehr als DFB-Präsident kandidiert hätte", meinte er lächelnd.

Der leidenschaftliche Hobby-Radler aus der Gemeinde Altendiez am Rande des Westerwaldes gilt als Mann der Basis. Über viele Jahre war der Jurist Vorsitzender des Fußballverbandes Rheinland. 1992 wurde Zwanziger als Beauftragter für soziale Integration in den DFB-Vorstand berufen. 2001 übernahm er den Posten des Schatzmeisters bis 2004. Zwanziger ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Autor: Arnulf Boettcher (sid,dpa)
Redaktion: Wolfgang van Kann