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Aktuell Asien

Zwölf Tote bei Taliban-Anschlägen in Pakistan

Erstmals griffen Pakistans Taliban wieder in der Metropole Karachi an, und erstmals einen ranghohen Vertreter der Justiz: Richter Baqir war an Prozessen gegen die Radikalislamisten beteiligt. Er überlebte den Anschlag.

Erst vor Tagen hatten sich die pakistanischen Taliban stolz dazu bekannt, zehn ausländische Bergsteiger und Touristen am Nanga Parbat ermordet zu haben. Nun gab es zum ersten Mal ein Attentat direkt gegen einen hohen Richter. Ziel der islamischen Extremisten sei Maqbool Baqir gewesen, vom Hohen Gericht der südlichen Provinz Sindh, so eine Erklärung der Taliban Pakistans (TTP). Dieser habe "viele unislamische Entscheidungen gegen unsere Männer gefällt", so ein TTP-Sprecher.

Nun, Baqir wurde bei dem Anschlag mit einem ferngezündeten Sprengsatz auf sein Fahrzeug in der Wirtschaftsmetropole Karachi schwer verletzt, aber er selbst überlebte. Die an einem Motorrad deponierte Sechs-Kilo-Bombe riss neun Menschen in den Tod, darunter acht Personenschützer und den Fahrer des Richters. Viele Passanten neben dem Konvoi wurden verletzt.

Prominenter Anti-Terror-Richter

Richter Baqir war an zahlreichen Prozessen gegen Terroristen beteiligt. Nach Polizeiangaben wurde er von den Taliban, der extremistischen sunnitischen Organisation Lashkar-e-Jhangvi und anderen militanten Gruppen bedroht. Die 18-Millionen-Stadt Karachi ist ein Brennpunkt der Gewalt zwischen Sekten, ethnischen Gruppen und politischen Extremisten.

Auch zu einem zweiten Anschlag im Nordwesten bekannten sich die Taliban am Mittwoch. In der an Afghanistan grenzenden Provinz Khyber-Pakhtunkhwa wurden der Chef einer regierungstreuen Stammesmiliz sowie zwei Verwandte getötet, als eine Bombe ihren Wagen vollständig zerstörte, wie aus Sicherheitskreisen verlautete.

Ein Sprecher der Taliban-Dachorganisation sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Miliz habe auf Seiten der Regierung gegen Extremisten gekämpft.

SC/gmf (afp, dpa, APE)