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Kultur

Zwölf Regisseure drehen Film zur Lage der Nation

Zwölf populäre Regisseure arbeiten zurzeit an einem Film zum Stimmungsbild in Deutschland. Ihr Vorbild ist der Film "Deutschland im Herbst", der vor 30 Jahren in die Kinos kam. Damals widmeten sich wichtige Regisseure wie Rainer Werner Fassbinder und Volker Schlöndorff ausschließlich einem Thema: Die Bundesrepublik und ihr Umgang mit dem Terror der Roten Armee Fraktion (RAF).

Arbeitstitel des heutigen Projekts ist "Deutschland 09", die Dreharbeiten dazu laufen noch bis zum Oktober, der Film wird voraussichtlich im März in die Kinos kommen. Unter anderem liefern Tom Tykwer ("Das Parfum"), Fatih Akin ("Auf der anderen Seite"), Dominik Graf ("Das Gelübde") und Hans Weingartner ("Die fetten Jahre sind vorbei") bis zu zwölf Minuten lange Episoden zu dem Werk. Alle Regisseure verbinde "eine gewisse Beunruhigung", schildert Tykwer. Globalisierung, Hartz IV, das Thema Innere Sicherheit - dies alles gehöre zum Mosaik der Themen, die das Land bewegten, sagt der prominente Filmemacher. "Die Individuen und Feindbilder verschwimmen." Gerade mit einem Fragment-Werk sei dieser komplexen Welt wohl am ehesten gerecht zu werden.

Tykwers Beitrag "Feierlich reist" folgt zum Beispiel einem Textil-Manager (Benno Fürmann) auf einer Dienstreise von Düsseldorf über Paris, San Diego, Hongkong und Kairo. Egal auf welchem Kontinent: Immer holt ihn die gleiche dunkle Limousine ab, immer findet er die gleiche Hotel-Lounge vor und dieselbe Coffeeshop-Kette. "Die Identitäten lösen sich langsam auf. Das finde ich beängstigend", sagt Schauspieler Fürmann. Er spiele einen Controller, der sich in der globalisierten Welt "beim Menschsein-Wollen ertappt". "Es ist eine Zukunftsvision, in der es keine Länder gibt, nur noch Konzerne."